\begin{song}{ title = {Wir wollen zu Land ausfahren}, note = {Das Lied ist ausnahmsweise mal kein nachgedichtetes, sondern ein echtes Landsknechtslied aus dem 16. Jahrhundert. Es wurde während der Feldzüge Karls V. in Italien gesungen und ist überliefert durch Georg Forsters fünfbändige Liedersammlung „Frische teutsche Liedlein“ (erschienen 1540). Die letzte Strophe ist nachgedichtet und mündlich überliefert. Der Refrain ist eine Mischung aus Altitalienisch und Deutsch, genauer gesagt Altitalienisch, wie es die deutschen Landsknechte verstanden haben. [Quelle: Codex]}, lyrics = {aus dem 16. Jahrhundert, überliefert von Georg Forster}, composer = {aus dem 16. Jahrhundert, überliefert von Georg Forster}, bulibull = 355, cl = 404, swa = 287, barde = 330, } \begin{verse} Wir \chord{A}wollen zu Land \chord{A}ausfahren \\ wohl über die \chord{E}Fluren \chord{A}weit, \\ \chord{D}aufwärts \chord{E}zu den \chord{A}klaren \\ Gipfeln der \chord{A}Einsamkeit. \\ Wollen \chord{D}lauschen, woher der \chord{h}Sturmwind braust, \\ E(7) A \\ schauen, was hinter den Bergen haust. \\ Und wie die Welt so \chord{D}weit. \\ Und \chord{A}wie die \chord{E}Welt so \chord{A}weit. \end{verse} \begin{verse} Fremde Wasser dort springen, \\ sie sollen uns Weiser sein, \\ wo wir wandern und singen \\ Lieder ins Land hinein. \\ Und brennt unser Feuer an gastlicher Statt, \\ so sind wir geborgen und schmausen uns satt. \\ /: Und die Flammen leuchten darein. :/ \end{verse} \begin{verse} Und wandelt aus tiefem Tale \\ heimlich und still die Nacht. \\ Und sind im Mondenstrahle \\ Gnomen und Elfen erwacht. \\ Dämpfet die Stimmen, die Schritte im Wald, \\ so hört ihr und seht ihr manch' Zaubergestalt. \\ /: Die wallt mit uns durch die Nacht. :/ \end{verse} \begin{verse} Es blühet im Walde tief drinnen, \\ die blaue Blume fein. \\ Die Blume zu gewinnen, \\ ziehn wir ins Land hinein. \\ Es rauschen die Bäume, es murmelt der Fluss, \\ und wer die blaue Blume finden will, der muss, \\ /: ein Wandervogel sein. :/ \end{verse} \begin{verse} Gewissermaßen das klassische Wandervogellied, zu singen mit strahlender \\ Stimme, die Laute in der Hand. \end{verse} \begin{verse} Die Urfassung des Liedes, abgedruckt in der Zeitschrift „Jung- \\ Wandervogel“ (Nr.3, Februar 1911) hat einen etwas anderen Text, aber die \\ Abweichungen sind minimal. Nachzulesen etwa in „Die Blaue Blume des Wan- \\ dervogel“ von Werner Helwig (S.153) \end{verse} \begin{verse} Blaue Blume: Die Blaue Blume steht in „Heinrich von Ofterdingen“ von Novalis \\ (1802) als Symbol für die Dichtkunst. In der stark von der romantischen Moti- \\ ven und Ausdrucksformen geprägten Jugendbewegung verkörperte die Blaue \\ Blume die tiefe Sehnsucht nach Sinn und Freiheit, die die Gruppe trieb. Die als \\ äußerlich beschriebene Suche nach dieser Blume ist die innere Suche nach \\ sich selbst. \end{verse} \begin{verse} Worte: Hjalmar Kutzleb (Horant), 1911 \\ Weise: Kurt von Burkersroda, 1912 \end{verse} \begin{verse} Wir zogen in das Feld \\ d (Vorsänger) (Alle) F \\ Wir zogen in das Feld. Wir zogen in das Feld, \end{verse} \begin{verse} da hätten wir weder Säckel noch Geld. \\ A d (Vorsänger) g d A d \\ Strampede mi! A la mi presente al vostra signori! \\ (Alle) g d A d \\ A la mi presente al vostra signori! \end{verse} \begin{verse} Wir kamen vor Siebentod. // \\ da hätten wir weder Wein noch Brot. \end{verse} \begin{verse} Wir kamen vor Friaul. // \\ da hätten wir allesamt großes Maul. \end{verse} \begin{verse} Wir kamen auch nach Rom. // \\ und stellten unsre Pferde in den Petersdom. \end{verse} \begin{verse} Wir kamen vor Benevent. // \\ da hat all unsre Not ein End. \end{verse} \songimage{images/img-165.jpg} \end{song}