\begin{song}{ title = {Es wollt ein Mägdlein}, cl = 152, swa = 98, barde = 112, } \begin{verse} Es wo \chord{G}llt ein Mägdlein fr \chord{D}üh aufstehn, \\ dreivi \chord{e}ertel S \chord{D}tund´ vor \chord{G}Tag, \\ wollt in den Wald spazi \chord{a}eren gehn, h \chord{D7}mm, \\ spazi \chord{G}er \chord{D}en \chord{e} gehn, \\ wollt Br \chord{G}ombeern brec \chord{D}hen ab \chord{e}, \\ wollt Br \chord{G}ombeern bre \chord{D}chen ab \chord{G}. \end{verse} \begin{verse} Und als sie in den Wald neikam, \\ da kam des Jägers Knecht: \\ „Ei Mägdlein, scher´ dich aus dem Wald, \\ scher´ dich aus dem Wald, \\ /: meinem Herrn, dem ist´s nicht recht!“ :/ \end{verse} \begin{verse} Und als sie ein Stück weiterkam, \\ da kam das Jägers Sohn: \\ „Ei Mägdlein, setz dich nieder, \\ setz´ dich nieder, \\ /: zupf´ dir dein Körblein voll!“ :/ \end{verse} \begin{verse} „Ein Körblein voll, das brauch´ ich nicht, \\ eine Hand voll ist genug; \\ in meines Vaters Garten, in dem Garten, \\ /: da wachsen Brombeern g´nug!“ :/ \end{verse} \begin{verse} So schön wie braune Beeren sah \\ sie seine Äuglein stehn. \\ Wer kann im grünen Walde, im Walde \\ /: den Beeren widerstehn? :/ \end{verse} \begin{verse} Und als dreiviertel Jahr vergangen war, \\ die Brombeern wurden groß, \\ da hat das schwarzbraun Mägdelein, das Mägdelein \\ /: ein Kind auf ihrem Schoß. :/ \end{verse} \begin{verse} Sie sah es mit Verwund´rung an: \\ „Ei, ei was hab ich denn getan? \\ Kommt das wohl von den Brombeern her, \\ von den Brombeern her, \\ /: die ich gepflücket hab?“ :/ \end{verse} \begin{verse} Drum: Wer ein ehrliches Mädel will han, \\ der schick sie nicht in den Wald, \\ denn im Wald, da wachsen die Brombeern, \\ die Brombeern, \\ /: und die reifen viel zu bald. :/ \\ Das "Brombeerlied" ist in Varianten im ganzen deutschen Sprachraum verbrei- \\ tet und geht vielleicht auf eines der im 16. Jahrhundert beliebten "Graslieder" \\ zurück. Das Motiv des unerwarteten Aufeinandertreffens einer jungen Frau mit \\ einem Mann im Wald ist allerdings schon deutlich älter. Bereits im Mittelalter \\ gab es die Pastourelle, in der ein Ritter in der freien Natur auf eine junge Hirtin \\ traf, um mit dieser „Blumen zu brechen“. \end{verse} \end{song}