\begin{song}{ title = {Ich war noch so jung (Bettelvogt)}, lyrics = {mündlich überliefert Weise bearbeitet von Friedrich-Heinrich Himmel, 1809}, composer = {mündlich überliefert Weise bearbeitet von Friedrich-Heinrich Himmel, 1809}, bulibull = 2, cl = 06, libock = 204, } \begin{verse} Ich \chord{C}war noch so jung und war doch schon so arm. / \\ Kein \chord{F}Geld hatt´ ich im \chord{C}Beutel, dass \chord{G7}Gott sich mein \\ \chord{C}erbarm. /Da nahm ich meinen \chord{d}Stab und \chord{G}meinen \\ \chord{C}Bettelsack / und \chord{a}pfiff das \chord{C}Vaterunser den lieben \chord{G7}langen \\ \chord{C}Tag. \end{verse} \begin{verse} Und als er kam gen Heidelberg heran, \\ da packten ihn die Bettelvögte vorn und hinten an. \\ Der eine packt ihn hinten, der andre packt ihn vorn. \\ Oh, ihr verdammten Bettelvögt, \\ so lasst mich ungeschoren. \end{verse} \begin{verse} Sie brachten mich vor des Bettelvogtens Haus, \\ da schaut der alte Spitzbub zum Fenster heraus. \\ Ich dreht mich gleich herum und schaut nach seiner Frau. \\ Ei du verdammter Bettelvogt, wie schön ist deine Frau. \end{verse} \begin{verse} Den Bettelvogt erfasste ein grimmiger Zorn, \\ er ließ ihn gleich werfen in einen tiefen Turm. \\ In einen tiefen Turm, bei Wasser und bei Brot. \\ Ei du verdammter Bettelvogt, krieg du die schwere Not! \end{verse} \begin{verse} Und wenn der Bettelvogt gestorben einst ist, \\ sollt ihr ihn nicht begraben wie einen andern Christ. \\ Lebendig ihn begraben bei Wasser und bei Brot. \\ Wie mich der alte Bettelvogt begraben ohne Not! \end{verse} \begin{verse} Den Degen, den er trägt, den trägt er nicht zu Recht, \\ das ist nur eine Waffe für´n alten Schinderknecht. \\ Das ist ein alt Fangeisen, zu brechen seine Not. \\ Wenn Tippelbrüder fechten nur um ein Stückchen Brot. \end{verse} \begin{verse} Ei Brüder, nun seid lustig, \\ der Bettelvogt ist tot. \\ Jetzt hängt er schon am Galgen, \\ tut keinem von uns Not. \\ In der vergangnen Woch´, \\ am Dienstag halber neun, \\ da haben sie ihn gehangen \\ in den Galgen hoch hinein. \end{verse} \begin{verse} Er hätt´ die arme Frau \\ beinahe umgebracht, \\ weil sie mich armen Schelmen \\ so freundlich angelacht. \\ In der vergangnen Woch´, \\ da sah er noch heraus. \\ Und heut bin ich bei ihr, \\ bei ihr, bei ihr in seinem Haus! \end{verse} \end{song}