\begin{song}{ title = {Wir sind des Geyers}, lyrics = {nach Gedichten von Hein- rich von Rede}, composer = {aus dem Wandervogel e.V.}, bulibu = 333, cl = 392, swa = 276, barde = 370, } \begin{verse} Wir s \chord{e}ind des Geyers schwarzer Haufen, heia \chord{a} o \chord{e}ho, \\ wir w \chord{a}ollen mit Tyr \chord{e}an \chord{H7}nen \chord{e} raufen, \chord{H7}heia oh \chord{e}o. \\ Ref.: \\ /: Spieß voran, dr \chord{a}auf und d \chord{e}ran, \\ setzt auf das Klosterdach den r \chord{H7}oten H \chord{e}ahn.:/ \end{verse} \begin{verse} Als Adam grub und Eva spann, kyrie eleis, \\ wo war denn da der Edelmann? Kyrie eleis. \end{verse} \begin{verse} Jetzt gilt es Schloss, Abtei und Stift, heia oho, \\ uns gilt nichts als die Heil´ge Schrift, heia oho. \end{verse} \begin{verse} Des Edelmannes Töchterlein, kyrie eleis, \\ wir jagen´s in die Höll hinein, kyrie eleis. \end{verse} \begin{verse} Uns führt der Florian Geyer an, trotz Acht und Bann. \\ Den Bundschuh führt er in der Fahn, \\ hat Helm und Harnisch an. \end{verse} \begin{verse} Bei Weinsberg setzt es Brand und Stank, heia oho. \\ Gar mancher über die Klinge sprang, heia oho. \end{verse} \begin{verse} Geschlagen ziehen wir nach Haus, heia oho. \\ Unsre Enkel fechten´s besser aus, heia oho. \end{verse} \begin{verse} Das Lied, das kurz nach dem Ersten Weltkrieg im Wandervogel entstand, \\ greift auf die Ereignisse des Bauernkrieges 1524-1526 zurück. Damals lehnten \\ sich Bauern in Süd- und Mitteldeutschland gegen hohe Abgaben, Leibeigen- \\ schaft und Frondienste auf und schlossen sich dafür zu „Haufen“ zusammen. \\ Einer davon war der als „Schwarzer Haufen“ bekannt gewordene Zusammen- \\ schluss der Tauberbauern, der von Florian Geyer von Giebelstadt (ca. 1490- \\ 1525) angeführt wurde. Wie die letzte Liedstrophe erkennen lässt, nahm der \\ Aufstand für die Bauern kein gutes Ende. \\ Teile des Liedtextes lehnen sich an das Gedicht „Der arme Kunrad“ des baye- \\ rischen Dichters und Offiziers Heinrich von Reder an, das allerdings nicht über \\ den Bauernkrieg, sondern über den Aufstand des Bündnisses „Armer Konrad“ \\ 1514 in Würtemberg, zu dem sich nicht nur unzufriedene Bauern, sondern \\ auch Bürger aus den Städten zusammengeschlossen hatten, berichtet. Tat- \\ sächlich aus der Zeit des Bauernkrieges stammt dagegen der Text der zweiten \\ Strophe, der die Legitimation des Adelsstandes als „von Gott gegeben“ infrage \\ stellt. Die Zeile geht wohl auf den englischen Bauernaufstand 1381 zurück und \\ wurde später in Deutschland zum Sprichwort. Einige Liederbücher enthalten \\ weitere Strophen. \\ Als Komponist der Melodie wird teilweise auch Fritz Sotke (siehe auch „Wilde \\ Gesellen“) angegeben. Seine Melodie ist wohl aber nicht die, die heute noch \\ gesungen wird. In der NS-Zeit war das Lied sowohl bei illegalen bündischen \\ Gruppen als auch bei der HJ beliebt, später wurde es auch in der DDR gesun- \\ gen – eine eindeutige politische Präferenz der Sänger scheint also nicht zu \\ bestehen. \end{verse} \begin{verse} Den roten Hahn aufs Dach setzen: ein Haus in Brand stecken \\ Acht und Bann: Geächtete Personen durften von jedem straflos getötet wer- \\ den, über wen ein Bann verhängt wurde, der musste sich von bestimmten Or- \\ ten fernhalten \\ Bundschuh: bäuerliche Fußbekleidung, wurde als Symbol für den Bauernstand \\ verwendet \\ Harnisch: Ganzkörperrüstung \end{verse} \end{song}