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Co-Authored-By: Claude Opus 4.6 (1M context) <noreply@anthropic.com>
2026-04-02 16:36:06 +02:00

62 lines
2.1 KiB
TeX

\begin{song}{
title = {Die Weber},
lyrics = {Heinrich Heine},
composer = {Jörg Ermisch (Liederjan)},
bulibu = 298,
bulibull = 2,
cl = 12,
barde = 172,
}
% Der Text des Liedes entstand kurz nach den Weberaufständen in Schlesien. In
% den beiden Dörfern Langenbielau und Peterswaldau entlud sich am 4. Juni
% 1844 die Verzweiflung der völlig verarmten Weber in einem Aufstand gegen
% die Textilfabrikanten, die sie ausbeuteten. Die Revolte wurde zwei Tage später
% vom preußischen Militär blutig niedergeschlagen. Der seit 1831 in Paris im Exil
% lebende Heinrich Heine kritisierte häufig unverhohlen die politischen Verhält-
% nisse in Deutschland, daher waren seine Schriften in Deutschland verboten.
% Am 10. Juli 1844 wurde das Gedicht unter dem Titel „Die armen Weber“ im
% deutschsprachigen Wochenblatt von Karl Marx „Vorwärts!“ in Paris erstmals
% veröffentlicht.
\begin{verse}
Im \chord{e}düstren \chord{D}Auge keine \chord{D}Träne, \chord{e}/ wir sitzen am \chord{D}Web- \\
Stuhl und fletschen die \chord{e}Zähne. / Deutschland, wir \\
\chord{D}weben dein \chord{e}Leichentuch! / Wir weben \chord{D}hinein den \\
dreifachen \chord{G}Fluch! / Wir \chord{h}weben, wir \chord{e}weben!
\end{verse}
\begin{verse}
Ein Fluch dem Gotte zu dem wir gebeten, / \\
in Winterskälte und Hungersnöten. / \\
Wir haben vergebens gehofft und geharrt, / \\
man hat uns geäfft, gefoppt und genarrt! / \\
Wir weben, wir weben!
\end{verse}
\begin{verse}
Ein Fluch dem König, dem König der Reichen, / \\
den unser Elend nicht konnte erweichen. / \\
Der den letzten Groschen von uns erpresst, / \\
der uns wie Hunde erschießen lässt. / \\
Wir weben, wir weben!
\end{verse}
\begin{verse}
Ein Fluch dem falschen Vaterlande, / \\
wo nur gedeihen Schmach und Schande, / \\
wo jede Blume früh geknickt, / \\
wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt. / \\
Wir weben, wir weben!
\end{verse}
\begin{verse}
Das Schifflein fliegt, der Webstuhl kracht, / \\
wir weben emsig Tag und Nacht. / \\
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch. / \\
Wir weben hinein den dreifachen Fluch. / \\
Wir weben, wir weben!
\end{verse}
\end{song}