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\begin{song}{
title = {Wildgänse},
note = {Auf nächtlichem Wachposten im Ersten Weltkrieg schrieb der „Feldwandervogel“ Walter Flex 1915 den Text des Liedes - vielleicht irgendwie ahnend, dass er selbst das Ende des Krieges nicht mehr erleben würde: Er starb 1917 an der deutsch-russischen Front auf der Insel Ösel im heutigen Estland. In seinem 1917 noch erschienenen Buch „Der Wanderer zwischen beiden Welten“ beschreibt Flex selbst die Situation: „Ich lag als Kriegsfreiwilliger wie hundert Nächte zuvor auf der granatenzerpflügten Waldblöße als Horchposten und sah mit windheißen Augen in das flackernde Helldunkel der Sturmnacht, durch die ruhlos Scheinwerfer über deutsche und französische Schützengräben wanderten. Der Braus des Nachtsturms schwoll anbrandend über mich hin. Fremde Stimmen füllten die zuckende Luft. Über Helmspitze und Gewehrlauf hin sang und pfiff es schneidend, schrill und klagend, und hoch über den feindlichen Heerhaufen, die sich lauernd im Dunkel gegenüberlagen, zogen mit messerscharfem Schrei wandernde Graugänse nach Norden. Die verflackernde Lichtfülle schweifender Leuchtkugeln hellte wieder und wieder in jähem Überfall die klumpigen Umrisse kauernder Gestalten auf, die in Mantel und Zeltbahn gehüllt gleich mir, eine Kette von Spähern, sich vor unseren Drahtverhauen in Erdmulden und Kalkgruben schmiegten. Die Postenkette unseres schlesischen Regiments zog sich vom Bois des Chevaliers hinüber zum Bois des Verines, und das wandernde Heer der wilden Gänse strich gespensterhaft über uns alle dahin. Ohne im Dunkel die ineinanderlaufenden Zeiten zu sehen, schrieb ich auf einen Fetzen Papier die Verse: …“},
lyrics = {Walter Flex (1887-1917)},
composer = {Robert Götz (1892-1978)},
bulibull = 3,
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barde = 364,
}
% Auf nächtlichem Wachposten im Ersten Weltkrieg schrieb der
% „Feldwandervogel“ Walter Flex 1915 den Text des Liedes - vielleicht irgendwie
% ahnend, dass er selbst das Ende des Krieges nicht mehr erleben würde: Er
% starb 1917 an der deutsch-russischen Front auf der Insel Ösel im heutigen
% Estland. In seinem 1917 noch erschienenen Buch „Der Wanderer zwischen
% beiden Welten“ beschreibt Flex selbst die Situation: „Ich lag als Kriegsfreiwilli-
% ger wie hundert Nächte zuvor auf der granatenzerpflügten Waldblöße als
% Horchposten und sah mit windheißen Augen in das flackernde Helldunkel der
% Sturmnacht, durch die ruhlos Scheinwerfer über deutsche und französische
% Schützengräben wanderten. Der Braus des Nachtsturms schwoll anbrandend
% über mich hin. Fremde Stimmen füllten die zuckende Luft. Über Helmspitze
% und Gewehrlauf hin sang und pfiff es schneidend, schrill und klagend, und
% hoch über den feindlichen Heerhaufen, die sich lauernd im Dunkel gegenüber-
% lagen, zogen mit messerscharfem Schrei wandernde Graugänse nach Norden.
% Die verflackernde Lichtfülle schweifender Leuchtkugeln hellte wieder und wie-
% der in jähem Überfall die klumpigen Umrisse kauernder Gestalten auf, die in
% Mantel und Zeltbahn gehüllt gleich mir, eine Kette von Spähern, sich vor unse-
% ren Drahtverhauen in Erdmulden und Kalkgruben schmiegten. Die Postenkette
% unseres schlesischen Regiments zog sich vom Bois des Chevaliers hinüber
% zum Bois des Verines, und das wandernde Heer der wilden Gänse strich ge-
% spensterhaft über uns alle dahin. Ohne im Dunkel die ineinanderlaufenden
% Zeiten zu sehen, schrieb ich auf einen Fetzen Papier die Verse: …“
\begin{verse}
\chord{E}Wildgänse rauschen durch die Nacht / mit \\