Add import-songs.py script that extracts songs from the PDF text and generates .tex files with leadsheets format. Adds song properties for all reference books (BuLiBu, BuLiBuII, CL, SwA, Barde, LiBock). Generates all-songs.tex with alphabetical inputs. Note: Chord alignment is approximate from PDF extraction and may need manual review for some songs. Co-Authored-By: Claude Opus 4.6 (1M context) <noreply@anthropic.com>
88 lines
3.4 KiB
TeX
88 lines
3.4 KiB
TeX
\begin{song}{
|
||
title = {Moorsoldaten},
|
||
lyrics = {Johann Esser und Wolfgang Langhoff},
|
||
composer = {Rudi Goguel und Hans Eisler},
|
||
bulibu = 310,
|
||
bulibull = 4,
|
||
cl = 06,
|
||
}
|
||
|
||
% D G D
|
||
% /:Dann zieh´n die Moorsoldaten
|
||
% E H7 E
|
||
% nicht mehr mit dem Spaten ins Moor.:/
|
||
% Das Lied entstand 1933 im KZ Börgermoor (bei Papenburg im Emsland, Westnieder-
|
||
% sachsen), in dem zu diesem Zeitpunkt vor allem Kommunisten und Gewerkschafter
|
||
% inhaftiert waren, die die ausgedehnten Moorflächen mit Spaten und Hacke in Kultur-
|
||
% land verwandeln sollten. Den Text verfassten der Bergmann und Gewerkschafter
|
||
% Esser sowie der Schauspieler und Regisseur Langhoff. Die Melodie komponierte
|
||
% Goguel, der in seiner Jugend in völkischen Gedankengut ab und wurde Mitglied in
|
||
% einer SPD-nahen Gruppe junger Musiker, die sich „Musikantengilde“ nannte. Alle drei
|
||
% an der Entstehung des Liedes beteiligten waren KPD-Mitglieder und wurden bereits
|
||
% kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten inhaftiert.
|
||
% Erstmals aufgeführt wurde das Lied bei einer Kulturveranstaltung im KZ, die den Na-
|
||
% men „Zirkus Konzentrazani“ trug. Rudi Goguel sagte später über den Auftritt Folgen-
|
||
% des:
|
||
% „Die sechzehn Sänger, vorwiegend Mitglieder des Solinger Arbeitergesangsvereins,
|
||
% marschierten in ihren grünen Polizeiuniformen (unsere damalige Häftlingskleidung)
|
||
% mit geschulterten Spaten in die Arena, ich selbst an der Spitze in blauem Trainingsan-
|
||
% zug mit einem abgebrochenen Spatenstiel als Taktstock. Wir sangen, und bereits bei
|
||
% der zweiten Strophe steigerte sich der Refrain, und bei der letzten Strophe sangen
|
||
% auch die SS-Leute, die mit ihren Kommandanten erschienen waren, einträchtig mit
|
||
% uns mit, offenbar, weil sie sich selbst als ‚Moorsoldaten‘ angesprochen fühlten. […]
|
||
% Bei den Worten, … Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit den Spaten ins Moor’
|
||
% stießen die sechzehn Sänger die Spaten in den Sand und marschierten aus der Are-
|
||
% na, die Spaten zurücklassend, die nun, in der Moorerde steckend, als Grabkreuze
|
||
% wirkten.“
|
||
% Nur zwei Tage später wurde das Lied verboten, dennoch verbreitete es sich rasch
|
||
% auch in anderen Konzentrationslagern.
|
||
|
||
\begin{verse}
|
||
Wo \chord{e}hin auch das Auge blicket, / \\
|
||
Mo \chord{a}or und He \chord{e}ide r \chord{H7}ings her \chord{e}um. / \\
|
||
\chord{G}Vogelsang uns nicht erquicket, /. \\
|
||
E \chord{a}ichen s \chord{e}tehen \chord{H7}kahl und s \chord{e}tumm.
|
||
\end{verse}
|
||
|
||
\begin{verse}
|
||
/: W \chord{D}ir \chord{G} sind die Moorsold \chord{D}aten und \\
|
||
zi \chord{e}ehen mit dem Spa \chord{H7}ten ins Moo \chord{e}r. :/
|
||
\end{verse}
|
||
|
||
\begin{verse}
|
||
Hier in dieser öden Heide \\
|
||
ist das Lager aufgebaut. / \\
|
||
Wo wir fern von jeder Freude \\
|
||
hinter Stacheldraht verstaut.
|
||
\end{verse}
|
||
|
||
\begin{verse}
|
||
Morgens ziehen die Kolonnen \\
|
||
in das Moor zur Arbeit hin. / \\
|
||
Graben bei dem Brand der Sonnen, \\
|
||
doch zur Heimat steht der Sinn.
|
||
\end{verse}
|
||
|
||
\begin{verse}
|
||
Heimwärts, heimwärts! Jeder sehnet \\
|
||
sich nach Eltern, Weib und Kind. / \\
|
||
Manche Brust ein Seufzer dehnet, \\
|
||
weil wir hier gefangen sind.
|
||
\end{verse}
|
||
|
||
\begin{verse}
|
||
Auf und nieder gehn die Posten, \\
|
||
keiner, keiner kann hindurch. / \\
|
||
Flucht wird nur das Leben kosten. \\
|
||
Vierfach ist umzäunt die Burg.
|
||
\end{verse}
|
||
|
||
\begin{verse}
|
||
Doch für uns gibt es kein Klagen. \\
|
||
Ewig kann´s nicht Winter sein. / \\
|
||
Einmal werden froh wir sagen: \\
|
||
Heimat, du bist wieder mein!
|
||
\end{verse}
|
||
|
||
\end{song}
|