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Co-Authored-By: Claude Opus 4.6 (1M context) <noreply@anthropic.com>
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@@ -1,14 +1,12 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Als wir nach Frankreich}, title = {Als wir nach Frankreich},
note = {Der Schriftsteller und Dramaturg Josef von Lauff war so kaisertreu, dass dieser ihn 1913 in den Adelsstand erhob - kein Wunder, dass er dann als Kriegsberichterstatter mit Gedichten wie diesem dem Kaiser entsprechend dankte.},
lyrics = {Josef von Lauff}, lyrics = {Josef von Lauff},
composer = {Aus dem 1. Weltkrieg}, composer = {Aus dem 1. Weltkrieg},
cl = 22, cl = 22,
libock = 12, libock = 12,
} }
% Der Schriftsteller und Dramaturg Josef von Lauff war so kaisertreu, dass die-
% ser ihn 1913 in den Adelsstand erhob - kein Wunder, dass er dann als Kriegs-
% berichterstatter mit Gedichten wie diesem dem Kaiser entsprechend dankte.
\begin{verse} \begin{verse}
Als \chord{G}wir nach \chord{D}Frankreich \chord{e}zogen, \\ Als \chord{G}wir nach \chord{D}Frankreich \chord{e}zogen, \\

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@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Andre, die das Land}, title = {Andre, die das Land},
note = {Der Lyriker Theodor Kramer stammte aus einer jüdischen Familie und war Sozialdemokrat eine denkbar schlechte Kombination in Österreich zur NSZeit. Alle seine Schriften landeten auf der „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ der Nazis, womit Kramer, der insgesamt über 12.000 Gedichte verfasst hat, seine Lebensgrundlage verlor. Seine Heimat wollte er zunächst dennoch nicht verlassen. Die Verzweiflung über seine Situation brachte er im Juli 1938 in diesem Gedicht zum Ausdruck. Nur einen Monat später versuchte er erfolglos, sich das Leben zu nehmen. 1939 entschied er sich doch noch zur Emigration und gelangte nach England. 1957 kehrte er nach Österreich zurück und starb nur ein Jahr später. Seine Gedichte gerieten zunächst in Vergessenheit, doch die Vertonung einiger seiner Lieder durch das Folk-Duo Zupfgeigenhansel trug zur Wiederentdeckung seines Werkes bei.},
lyrics = {Theodor Kramer}, lyrics = {Theodor Kramer},
composer = {Erich Schmeckenbecher}, composer = {Erich Schmeckenbecher},
bulibu = 280, bulibu = 280,
@@ -7,19 +8,6 @@
barde = 20, barde = 20,
} }
% Der Lyriker Theodor Kramer stammte aus einer jüdischen Familie und war
% Sozialdemokrat eine denkbar schlechte Kombination in Österreich zur NS-
% Zeit. Alle seine Schriften landeten auf der „Liste des schädlichen und uner-
% wünschten Schrifttums“ der Nazis, womit Kramer, der insgesamt über 12.000
% Gedichte verfasst hat, seine Lebensgrundlage verlor. Seine Heimat wollte er
% zunächst dennoch nicht verlassen. Die Verzweiflung über seine Situation
% brachte er im Juli 1938 in diesem Gedicht zum Ausdruck. Nur einen Monat
% später versuchte er erfolglos, sich das Leben zu nehmen. 1939 entschied er
% sich doch noch zur Emigration und gelangte nach England. 1957 kehrte er
% nach Österreich zurück und starb nur ein Jahr später. Seine Gedichte gerieten
% zunächst in Vergessenheit, doch die Vertonung einiger seiner Lieder durch
% das Folk-Duo Zupfgeigenhansel trug zur Wiederentdeckung seines Werkes
% bei.
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{G}Andre, die das Land so sehr nicht \chord{D}liebten, \\ \chord{G}Andre, die das Land so sehr nicht \chord{D}liebten, \\

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@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Auf vielen Straßen}, title = {Auf vielen Straßen},
note = {Alfred Zschiesche (*22.02.1908 in Wiesbaden † 1992) Fahrtenname alf, war ein bekannter Liedschöpfer, Komponist, Dichter, Zeichner und Fotograf. Er war Nerother Wandervogel und im bündischen Widerstand aktiv. Ihm verdanken wir Lieder wie: ''Wenn die bunten Fahnen wehen'', ''Wir sind eine kleine verlorene Schar'' oder ''Wo wollt ihr hin, ihr tollen Jungen ''},
lyrics = {Björn Behnke}, lyrics = {Björn Behnke},
composer = {Alfred Zschiesche}, composer = {Alfred Zschiesche},
bulibull = 32, bulibull = 32,
@@ -8,11 +9,6 @@
barde = 34, barde = 34,
} }
% Alfred Zschiesche (*22.02.1908 in Wiesbaden † 1992) Fahrtenname alf, war
% ein bekannter Liedschöpfer, Komponist, Dichter, Zeichner und Fotograf. Er
% war Nerother Wandervogel und im bündischen Widerstand aktiv. Ihm verdan-
% ken wir Lieder wie: "Wenn die bunten Fahnen wehen", "Wir sind eine kleine
% verlorene Schar" oder "Wo wollt ihr hin, ihr tollen Jungen "
\begin{verse} \begin{verse}
Auf vielen \chord{d}Straßen dieser \chord{A}Welt, \\ Auf vielen \chord{d}Straßen dieser \chord{A}Welt, \\

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@@ -1,6 +1,7 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Bündische Vaganten}, title = {Bündische Vaganten},
alias = {Hei, wie vorn der Fetzen}, alias = {Hei, wie vorn der Fetzen},
note = {„Ayen“ ist der traditionelle Zugvogel-Gruß. Die Bundesordnung sagt hierüber nur: „Unser Bundesgruß in Ruf und Brief Ayen ist eine Verstümmelung des Wortes Mayenne und hat eine historische Bedeutung.“ Angeblich war „Mayenne“ das Codewort das die Posten der „Ritter von Mayenne“ an der Westfront verbindenden Kradmelders (Motorrad-Kurier). Und über das Knattern des Motors blieb von dem Codewort eben nur „...ayenne“ übrig.},
lyrics = {Alfons „Alo“ Hamm (Trenk)}, lyrics = {Alfons „Alo“ Hamm (Trenk)},
composer = {Alfons „Alo“ Hamm (Trenk)}, composer = {Alfons „Alo“ Hamm (Trenk)},
bulibu = 50, bulibu = 50,
@@ -10,13 +11,6 @@
libock = 174, libock = 174,
} }
% „Ayen“ ist der traditionelle Zugvogel-Gruß. Die Bundesordnung sagt hierüber
% nur: „Unser Bundesgruß in Ruf und Brief Ayen ist eine Verstümmelung des
% Wortes Mayenne und hat eine historische Bedeutung.“
% Angeblich war „Mayenne“ das Codewort das die Posten der „Ritter von Ma-
% yenne“ an der Westfront verbindenden Kradmelders (Motorrad-Kurier). Und
% über das Knattern des Motors blieb von dem Codewort eben nur „...ayenne“
% übrig.
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{e}Hei, wie vorn der \chord{H7}Fetzen fliegt, \\ \chord{e}Hei, wie vorn der \chord{H7}Fetzen fliegt, \\

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@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Dat du min Leewsten büst}, title = {Dat du min Leewsten büst},
note = {Der Verfasser des Textes ist unbekannt. Veröffentlicht wurde der Text zum ersten Mal 1845 von Karl Müllenhoff. Nach den Forschungsergebnissen des Historisch-kritischen Liederlexikons (Liederlexikon) „hat das Lied seinen Ursprung in dem bereits in der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts recht bekannten erotischen Gassenhauer: Daß du mein Schätzgen bist“. Während viele Lieder das Freimauerlied „Laßt uns, ihr Brüder, Freiheit erhöhn“, Entstehungsjahr 1778, als Herkunft der Melodie angeben, führt das Liederlexikon die Grundlage der heute noch gesungenen Melodie auf einen 1760 erschienen Variationssatz für Cembalo des Komponisten Josef Anton Steffan zurück. Die meisten Veröffentlichungen weisen nur drei Strophen auf. Das nächtliche Geschehen wird der Vorstellungskraft überlassen. Auch die beiden zusätzlichen Strophen, erstmals veröffentlicht 1925 in Hamburger Jugendlicher (2.HeftNestlieder) die vom holsteinischen Schriftsteller Iven Kruse stammen sollen, setzen erst am anderen Morgen an.},
lyrics = {Karl Müllenhoff 1845: 1-3.Strophe Iven Kruse 1925: 4+5. Strophe}, lyrics = {Karl Müllenhoff 1845: 1-3.Strophe Iven Kruse 1925: 4+5. Strophe},
composer = {aus Norddeutschland, möglicherweise nach „Dass du mein Schätzgen bist.“ Oder nach einer Weise von Josef Anton Steffau ,1760}, composer = {aus Norddeutschland, möglicherweise nach „Dass du mein Schätzgen bist.“ Oder nach einer Weise von Josef Anton Steffau ,1760},
bulibu = 143, bulibu = 143,
@@ -8,20 +9,6 @@
barde = 48, barde = 48,
} }
% Der Verfasser des Textes ist unbekannt. Veröffentlicht wurde der Text zum
% ersten Mal 1845 von Karl Müllenhoff. Nach den Forschungsergebnissen des
% Historisch-kritischen Liederlexikons (Liederlexikon) „hat das Lied seinen Ur-
% sprung in dem bereits in der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts recht bekann-
% ten erotischen Gassenhauer: Daß du mein Schätzgen bist“. Während viele
% Lieder das Freimauerlied „Laßt uns, ihr Brüder, Freiheit erhöhn“, Entstehungs-
% jahr 1778, als Herkunft der Melodie angeben, führt das Liederlexikon die
% Grundlage der heute noch gesungenen Melodie auf einen 1760 erschienen
% Variationssatz für Cembalo des Komponisten Josef Anton Steffan zurück. Die
% meisten Veröffentlichungen weisen nur drei Strophen auf. Das nächtliche Ge-
% schehen wird der Vorstellungskraft überlassen. Auch die beiden zusätzlichen
% Strophen, erstmals veröffentlicht 1925 in Hamburger Jugendlicher (2.Heft-
% Nestlieder) die vom holsteinischen Schriftsteller Iven Kruse stammen sollen,
% setzen erst am anderen Morgen an.
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{D}Dat du min \chord{A}Leewsten büst, \chord{D}dat du wull \chord{A}weest. \\ \chord{D}Dat du min \chord{A}Leewsten büst, \chord{D}dat du wull \chord{A}weest. \\

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@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Der Geist ist müd}, title = {Der Geist ist müd},
note = {Entstanden durch Alexej Stachowitsch auf einer Fahrt von Vesoul nach Paris und auf Burg Hohenfels im Juni und Juli 1970. „Fahren ist etwas uns allen Wesentliches, etwas Herrliches, aber es sollte kein Fahren aus Verzweiflung, kein Fahren ins Nichts sein. Wir gehen auf Fahrt um heimzukehren, Heim im geistigen und im geographischen Sinn. Darin liegt auch die Bedeutung unserer Burgen, Burgen aus Stein und aus Geist, die Rüstplatz sein können für Ausfahrt und Heimkehr.“ Alexej Stachowitsch},
lyrics = {Alexej Stachowitsch (1918-2013)}, lyrics = {Alexej Stachowitsch (1918-2013)},
composer = {Alexej Stachowitsch (1918-2013)}, composer = {Alexej Stachowitsch (1918-2013)},
bulibu = 14, bulibu = 14,
@@ -7,13 +8,6 @@
swa = 38, swa = 38,
} }
% Entstanden durch Alexej Stachowitsch auf einer Fahrt von Vesoul nach Paris
% und auf Burg Hohenfels im Juni und Juli 1970.
% „Fahren ist etwas uns allen Wesentliches, etwas Herrliches, aber es sollte kein
% Fahren aus Verzweiflung, kein Fahren ins Nichts sein. Wir gehen auf Fahrt
% um heimzukehren, Heim im geistigen und im geographischen Sinn. Darin liegt
% auch die Bedeutung unserer Burgen, Burgen aus Stein und aus Geist, die
% Rüstplatz sein können für Ausfahrt und Heimkehr.“ Alexej Stachowitsch
\begin{verse} \begin{verse}
Der \chord{G}Geist ist müd, die \chord{e}Hoffnung leer, \\ Der \chord{G}Geist ist müd, die \chord{e}Hoffnung leer, \\

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@@ -1,16 +1,12 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Der Pfahl}, title = {Der Pfahl},
alias = {Sonnig begann es}, alias = {Sonnig begann es},
note = {Auf Militär und Kirche gestützt errichtete General Franco in Spanien ab 1936 eine Diktatur, die bis zu seinem Tod 1975 Bestand hatte. Mit der Forderung der Katalanen, gemeinsam den Pfahl (lestaca) zu fällen, ist der Aufruf verbunden, das faschistische Regime zu stürzen. Das Lied entwickelte sich vom Widerstandslied gegen Franco zum weltweiten Symbol gegen Unterdrückung. [Quelle: Codex]},
lyrics = {Übersetzt von Oss Kröher}, lyrics = {Übersetzt von Oss Kröher},
composer = {Lluis Llach}, composer = {Lluis Llach},
libock = 308, libock = 308,
} }
% Auf Militär und Kirche gestützt errichtete General Franco in Spanien ab 1936 eine
% Diktatur, die bis zu seinem Tod 1975 Bestand hatte. Mit der Forderung der Kata-
% lanen, gemeinsam den Pfahl (lestaca) zu fällen, ist der Aufruf verbunden, das
% faschistische Regime zu stürzen. Das Lied entwickelte sich vom Widerstandslied
% gegen Franco zum weltweiten Symbol gegen Unterdrückung. [Quelle: Codex]
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{e}Sonnig \chord{H7}begann es zu \chord{e}tagen, ich stand ganz früh vor der \\ \chord{e}Sonnig \chord{H7}begann es zu \chord{e}tagen, ich stand ganz früh vor der \\

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@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Der Tod reit auf}, title = {Der Tod reit auf},
note = {Das Lied entstand 1916 oder 1917 bei Wandervogel-Feldsoldaten vom Niederrhein. Die Konzert und Lautensängerin Elsa von Wolzogen war als Truppenbetreuerin aktiv und hat den Text entweder dort aufgeschnappt und überarbeitet oder ganz selbst verfasst und dann die alte Melodie hinzugefügt. Das Lied bezieht sich auf die drei mörderischen „Flandernschlachten“ im Ersten Weltkrieg. Erstmals niedergeschrieben wurde das Lied offenbar für die „Frontzeitung des Wandervogels“. Bereits 1917 übersetzte ein L. van de Lende das Lied ins Flämische (Vlaamse Dodendans).},
lyrics = {Elsa von Wolzogen}, lyrics = {Elsa von Wolzogen},
composer = {nach einem rheinischen Nonnentanzlied aus dem 15. Jahrhundert}, composer = {nach einem rheinischen Nonnentanzlied aus dem 15. Jahrhundert},
bulibu = 316, bulibu = 316,
@@ -7,14 +8,6 @@
swa = 44, swa = 44,
} }
% Das Lied entstand 1916 oder 1917 bei Wandervogel-Feldsoldaten vom Nie-
% derrhein. Die Konzert und Lautensängerin Elsa von Wolzogen war als Trup-
% penbetreuerin aktiv und hat den Text entweder dort aufgeschnappt und über-
% arbeitet oder ganz selbst verfasst und dann die alte Melodie hinzugefügt. Das
% Lied bezieht sich auf die drei mörderischen „Flandernschlachten“ im Ersten
% Weltkrieg. Erstmals niedergeschrieben wurde das Lied offenbar für die
% „Frontzeitung des Wandervogels“. Bereits 1917 übersetzte ein L. van de Len-
% de das Lied ins Flämische (Vlaamse Dodendans).
\begin{verse} \begin{verse}
Der \chord{d}Tod reit´ auf einem \chord{A}kohlschwarzen \chord{d}Rappen, \\ Der \chord{d}Tod reit´ auf einem \chord{A}kohlschwarzen \chord{d}Rappen, \\

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@@ -1,6 +1,7 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Die freie Republik}, title = {Die freie Republik},
alias = {In dem Kerker saßen}, alias = {In dem Kerker saßen},
note = {Eine Gruppe Studenten besetzte 1833 die Frankfurter Haupt und Konstablerwache im Handstreich, um ein Zeichen gegen die herrschenden Zustände zu setzen. Die Aktion wurde niedergeschlagen und die Täter zu z.T. lebenslanger Haft verurteilt. Das Lied besingt die geglückte Flucht von sechs dieser Studenten am 10. Januar 1837.},
lyrics = {mündlich überliefert}, lyrics = {mündlich überliefert},
composer = {mündlich überliefert}, composer = {mündlich überliefert},
bulibull = 144, bulibull = 144,
@@ -8,11 +9,6 @@
barde = 178, barde = 178,
} }
% Eine Gruppe Studenten besetzte 1833 die Frankfurter Haupt und Konsta-
% blerwache im Handstreich, um ein Zeichen gegen die herrschenden Zustände
% zu setzen. Die Aktion wurde niedergeschlagen und die Täter zu z.T. le-
% benslanger Haft verurteilt. Das Lied besingt die geglückte Flucht von sechs
% dieser Studenten am 10. Januar 1837.
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{C}In dem Kerker saßen \\ \chord{C}In dem Kerker saßen \\

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@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Die Gedanken}, title = {Die Gedanken},
note = {Um 1780 wurde es zum ersten Mal auf Flugblättern veröffentlicht. Im Zeitraum zwischen 1810 und 1820 wurde zum ersten Mal eine Melodie aufgeschrieben und in dem Buch „Lieder der Brienzer Mädchen“, das in Bern erschienen ist, gedruckt. Im Jahr 1842 wird diese Weise in dem Buch „Schlesische Volkslieder“ von Hoffmann Richter veröffentlicht. Diese letzte Version stammt aus der Feder von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Der Grundgedanke des Liedes findet sich jedoch schon im 13.Jahrhundert bei Freidank und Walther von der Vogelweide („Sind doch Gedanken frei“). Später wurde zu dem ursprünglich vierstrophigen Lied eine weitere Strophe hinzugefügt. Heute variiert jedoch die Reihenfolge der Strophen und ist nicht mehr eindeutig festgelegt. Während der Deutschen Revolution (1848/1849) und in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland wurde das Lied verboten.},
lyrics = {Hoffmann von Fallersleben}, lyrics = {Hoffmann von Fallersleben},
composer = {aus Hessen}, composer = {aus Hessen},
bulibu = 284, bulibu = 284,
@@ -9,19 +10,6 @@
libock = 80, libock = 80,
} }
% Um 1780 wurde es zum ersten Mal auf Flugblättern veröffentlicht. Im Zeitraum
% zwischen 1810 und 1820 wurde zum ersten Mal eine Melodie aufgeschrieben
% und in dem Buch „Lieder der Brienzer Mädchen“, das in Bern erschienen ist,
% gedruckt. Im Jahr 1842 wird diese Weise in dem Buch „Schlesische Volkslie-
% der“ von Hoffmann Richter veröffentlicht. Diese letzte Version stammt aus der
% Feder von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Der Grundgedanke
% des Liedes findet sich jedoch schon im 13.Jahrhundert bei Freidank und
% Walther von der Vogelweide („Sind doch Gedanken frei“).
% Später wurde zu dem ursprünglich vierstrophigen Lied eine weitere Strophe
% hinzugefügt. Heute variiert jedoch die Reihenfolge der Strophen und ist nicht
% mehr eindeutig festgelegt. Während der Deutschen Revolution (1848/1849)
% und in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland wurde das Lied verbo-
% ten.
\begin{verse} \begin{verse}
Die \chord{G}Gedanken sind frei, wer \chord{C}kann sie \chord{G}erraten? \\ Die \chord{G}Gedanken sind frei, wer \chord{C}kann sie \chord{G}erraten? \\

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@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Die roten Fahnen}, title = {Die roten Fahnen},
note = {Bundeslied des Deutschen Pfadfinderbunds In der letzten Strophe ist von der Lebensfahrt die Rede. Wir alle sind seit unserer Geburt auf einer Reise, die bis zum Tod andauert. Von ihr kehren wir nicht zurück. Es soll nicht der Eindruck entstehen, als würden wir irgendwann von unseren Fahrten nicht mehr nach Hause kehren.},
lyrics = {Michael (Walter Jansen)}, lyrics = {Michael (Walter Jansen)},
composer = {Georg Blumensaat}, composer = {Georg Blumensaat},
cl = 96, cl = 96,
@@ -7,11 +8,6 @@
libock = 88, libock = 88,
} }
% Bundeslied des Deutschen Pfadfinderbunds
% In der letzten Strophe ist von der Lebensfahrt die Rede. Wir alle sind seit un-
% serer Geburt auf einer Reise, die bis zum Tod andauert. Von ihr kehren wir
% nicht zurück. Es soll nicht der Eindruck entstehen, als würden wir irgendwann
% von unseren Fahrten nicht mehr nach Hause kehren.
\begin{verse} \begin{verse}
/: Die \chord{E}roten \chord{H7}Fahnen \chord{E}brennen im Wind / \\ /: Die \chord{E}roten \chord{H7}Fahnen \chord{E}brennen im Wind / \\

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@@ -1,6 +1,7 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Die Weber}, title = {Die Weber},
alias = {Im düstren Auge}, alias = {Im düstren Auge},
note = {Der Text des Liedes entstand kurz nach den Weberaufständen in Schlesien. In den beiden Dörfern Langenbielau und Peterswaldau entlud sich am 4. Juni 1844 die Verzweiflung der völlig verarmten Weber in einem Aufstand gegen die Textilfabrikanten, die sie ausbeuteten. Die Revolte wurde zwei Tage später vom preußischen Militär blutig niedergeschlagen. Der seit 1831 in Paris im Exil lebende Heinrich Heine kritisierte häufig unverhohlen die politischen Verhältnisse in Deutschland, daher waren seine Schriften in Deutschland verboten. Am 10. Juli 1844 wurde das Gedicht unter dem Titel „Die armen Weber“ im deutschsprachigen Wochenblatt von Karl Marx „Vorwärts!“ in Paris erstmals veröffentlicht.},
lyrics = {Heinrich Heine}, lyrics = {Heinrich Heine},
composer = {Jörg Ermisch (Liederjan)}, composer = {Jörg Ermisch (Liederjan)},
bulibu = 298, bulibu = 298,
@@ -9,16 +10,6 @@
barde = 172, barde = 172,
} }
% Der Text des Liedes entstand kurz nach den Weberaufständen in Schlesien. In
% den beiden Dörfern Langenbielau und Peterswaldau entlud sich am 4. Juni
% 1844 die Verzweiflung der völlig verarmten Weber in einem Aufstand gegen
% die Textilfabrikanten, die sie ausbeuteten. Die Revolte wurde zwei Tage später
% vom preußischen Militär blutig niedergeschlagen. Der seit 1831 in Paris im Exil
% lebende Heinrich Heine kritisierte häufig unverhohlen die politischen Verhält-
% nisse in Deutschland, daher waren seine Schriften in Deutschland verboten.
% Am 10. Juli 1844 wurde das Gedicht unter dem Titel „Die armen Weber“ im
% deutschsprachigen Wochenblatt von Karl Marx „Vorwärts!“ in Paris erstmals
% veröffentlicht.
\begin{verse} \begin{verse}
Im \chord{e}düstren \chord{D}Auge keine \chord{D}Träne, \chord{e}/ wir sitzen am \chord{D}Web- \\ Im \chord{e}düstren \chord{D}Auge keine \chord{D}Träne, \chord{e}/ wir sitzen am \chord{D}Web- \\

View File

@@ -1,23 +1,13 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Edelweißpiraten}, title = {Edelweißpiraten},
alias = {Sie saßen oft}, alias = {Sie saßen oft},
note = {Als Edelweißpiraten werden informelle Gruppen deutscher Jugendlicher mit unangepasstem, teilweise oppositionellem Verhalten im Deutschen Reich von 1939 bis 1945 und während der ersten Nachkriegsjahre bezeichnet. Nach Kriegsende dauerten in einigen Besatzungszonen die Aktivitäten der Gruppen bis etwa 1947 an. Die Namensgebung entstammt einer Verballhornung durch Gestapo-Beamte um 1939: Das Edelweiß war eines unter vielen Kennzeichen der nach 1936 verbotenen Bündischen Jugend. Der Namensteil „Piraten“ leitet sich von den Kittelbachpiraten her, einer offiziell bis 1933 bestehenden rechtsradikalen Gruppe in Düsseldorf, die größtenteils in die Hitlerjugend (HJ) oder die Sturmabteilung (SA) abwanderte. Die Vermengung der Begriffe „Edelweiß“ und „Piraten“ war daher anfänglich eine Provokation für Jugendliche mit oppositionellem Verhalten, speziell für solche in der Bündischen Jugend.},
lyrics = {Herwig Steymans (1982)}, lyrics = {Herwig Steymans (1982)},
composer = {Hans-Jörg Maucksch}, composer = {Hans-Jörg Maucksch},
cl = 88, cl = 88,
barde = 264, barde = 264,
} }
% Als Edelweißpiraten werden informelle Gruppen deutscher Jugendlicher mit unange-
% passtem, teilweise oppositionellem Verhalten im Deutschen Reich von 1939 bis 1945
% und während der ersten Nachkriegsjahre bezeichnet. Nach Kriegsende dauerten in
% einigen Besatzungszonen die Aktivitäten der Gruppen bis etwa 1947 an. Die Namens-
% gebung entstammt einer Verballhornung durch Gestapo-Beamte um 1939: Das Edel-
% weiß war eines unter vielen Kennzeichen der nach 1936 verbotenen Bündischen Ju-
% gend. Der Namensteil „Piraten“ leitet sich von den Kittelbachpiraten her, einer offiziell
% bis 1933 bestehenden rechtsradikalen Gruppe in Düsseldorf, die größtenteils in die
% Hitlerjugend (HJ) oder die Sturmabteilung (SA) abwanderte. Die Vermengung der Be-
% griffe „Edelweiß“ und „Piraten“ war daher anfänglich eine Provokation für Jugendliche
% mit oppositionellem Verhalten, speziell für solche in der Bündischen Jugend.
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{G}Sie saßen \chord{D}oft am \chord{C}Märchensee beim \chord{G}Lagerfeuer. \\ \chord{G}Sie saßen \chord{D}oft am \chord{C}Märchensee beim \chord{G}Lagerfeuer. \\

View File

@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Ein stolzes Schiff}, title = {Ein stolzes Schiff},
note = {Ursprünglich war es ein Marschlied: „Die Liebe schlang das heiligste der Bande“, 1828 in Hamburg, hom ponrert von A.Methfessel. Es war eines von zahlreichen Hamburger „Nationalliedern“. Hintergrund war die Befreiung von der französischen Herrschaft unter reger Mitwirkung des Hamburger Bürgermilitärs. Das Bürgermilitär wurde 1869 aufgelöst, danach hielt sich das Lied noch eine Weile im Repertoire der Volkssänger und Drehorgelspieler, bevor es in Vergessenheit geriet. (siehe Friedolin ll)},
lyrics = {traditionell}, lyrics = {traditionell},
composer = {traditionell}, composer = {traditionell},
bulibu = 286, bulibu = 286,
@@ -8,13 +9,6 @@
libock = 118, libock = 118,
} }
% Ursprünglich war es ein Marschlied: „Die Liebe schlang das heiligste der
% Bande“, 1828 in Hamburg, hom ponrert von A.Methfessel. Es war eines von
% zahlreichen Hamburger „Nationalliedern“. Hintergrund war die Befreiung von
% der französischen Herrschaft unter reger Mitwirkung des Hamburger Bürger-
% militärs. Das Bürgermilitär wurde 1869 aufgelöst, danach hielt sich das Lied
% noch eine Weile im Repertoire der Volkssänger und Drehorgelspieler, bevor
% es in Vergessenheit geriet. (siehe Friedolin ll)
\begin{verse} \begin{verse}
Ein stolzes \chord{G}Schiff streicht \chord{C}einsam durch die \chord{G}Wellen \\ Ein stolzes \chord{G}Schiff streicht \chord{C}einsam durch die \chord{G}Wellen \\

View File

@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Eines Morgens (Partisanenlied)}, title = {Eines Morgens (Partisanenlied)},
note = {Bella Ciao ist eines der bekanntesten italienischen Volkslieder. Ursprünglich war es ein Lied der „Mondinen“ (Reisfeldarbeiterinnen) in der Padanischen Tiefebene (=PoEbene) gegen die Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen. 1942 wurde es im Widerstand gegen die italienischen Faschisten zu einem Partisanenlied umgedichtet in die heute überwiegend bekannte Textfassung.},
lyrics = {Horst Berner}, lyrics = {Horst Berner},
composer = {Italienisches Volkslied}, composer = {Italienisches Volkslied},
bulibu = 281, bulibu = 281,
@@ -7,12 +8,6 @@
barde = 82, barde = 82,
} }
% Bella Ciao ist eines der bekanntesten italienischen Volkslieder. Ursprünglich
% war es ein Lied der „Mondinen“ (Reisfeldarbeiterinnen) in der Padanischen
% Tiefebene (=Po- Ebene) gegen die Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedin-
% gungen. 1942 wurde es im Widerstand gegen die italienischen Faschisten zu
% einem Partisanenlied umgedichtet in die heute überwiegend bekannte Textfas-
% sung.
\begin{verse} \begin{verse}
Eines \chord{e}Morgens, in aller Frühe, o bella ciao …, \\ Eines \chord{e}Morgens, in aller Frühe, o bella ciao …, \\

View File

@@ -1,18 +1,9 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Es ist ein Schnitter}, title = {Es ist ein Schnitter},
note = {Der Dreißigjährige Krieg war der erste Medienkrieg in der europäischen Geschichte. In bisher unbekannten Ausmaß nutzten die verschiedenen Kriegsparteien gedruckte Texte und Bilder zur Verbreitung ihrer Ansichten. Wahrscheinlich begleiteten mehr als 10.000 Flugschriften und Flugblätter das Kriegsgeschehen zwischen 1618 und 1648. Von einem 1638 gedruckten Flugblatt stammt der Text vom Schnitterlied. Die Rede ist vom Tod, dem „Menschenschnitter“, der in den Kriegsjahren die Menschen ohne Unterschied wie Blumen „abgeschnitten“ hat. Als der Krieg 1648 mit dem Westfälischen Frieden beendet wurde, war die Bevölkerung des gesamtdeutschen Gebietes halbiert, von 26 auf 13 Millionen.},
cl = 138, cl = 138,
} }
% Der Dreißigjährige Krieg war der erste Medienkrieg in der europäischen Ge-
% schichte. In bisher unbekannten Ausmaß nutzten die verschiedenen Kriegs-
% parteien gedruckte Texte und Bilder zur Verbreitung ihrer Ansichten. Wahr-
% scheinlich begleiteten mehr als 10.000 Flugschriften und Flugblätter das
% Kriegsgeschehen zwischen 1618 und 1648.
% Von einem 1638 gedruckten Flugblatt stammt der Text vom Schnitterlied.
% Die Rede ist vom Tod, dem „Menschenschnitter“, der in den Kriegsjahren die
% Menschen ohne Unterschied wie Blumen „abgeschnitten“ hat. Als der Krieg
% 1648 mit dem Westfälischen Frieden beendet wurde, war die Bevölkerung des
% gesamtdeutschen Gebietes halbiert, von 26 auf 13 Millionen.
\begin{verse} \begin{verse}
Es \chord{d}ist ein \chord{C}Schnitter, \chord{a}heißt der \chord{d}Tod, / hat \chord{F}Gewalt \\ Es \chord{d}ist ein \chord{C}Schnitter, \chord{a}heißt der \chord{d}Tod, / hat \chord{F}Gewalt \\

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@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Es liegen drei glänzende Kugeln}, title = {Es liegen drei glänzende Kugeln},
note = {Was, wenn wir alle eines Tages in einer radioaktiv verseuchten Welt leben müssen? Was, wenn irgendwelche Verrückten einen Atomkrieg anzetteln? Was, wenn unsere Weisheit von unserer Erkenntnis überrollt wird? Wenn eine Handvoll ambitionierter Wissenschaftler aus übersteigertem Forschungsdrang mit den Kugeln, aus denen unsere Welt besteht, Billiard spielen? Das sind die Ängste, mit denen sich Degenhardt in diesem Lied auseinandersetzt. Symbolhaft kann man an diesem Horrortrip alles verstehen - den mutierten Wirt, die aufeinanderprallenden Kugeln als kollidierende Atomkerne, die gesattelte Wolke, die schwarze Pest … Ein Paradies für Interpretierwürdige. [Quelle: Codex]},
lyrics = {Franz Joseph Degenhardt (1963)}, lyrics = {Franz Joseph Degenhardt (1963)},
composer = {Franz Joseph Degenhardt (1963)}, composer = {Franz Joseph Degenhardt (1963)},
bulibu = 322, bulibu = 322,
@@ -8,15 +9,6 @@
barde = 98, barde = 98,
} }
% Was, wenn wir alle eines Tages in einer radioaktiv verseuchten Welt leben
% müssen? Was, wenn irgendwelche Verrückten einen Atomkrieg anzetteln?
% Was, wenn unsere Weisheit von unserer Erkenntnis überrollt wird? Wenn eine
% Handvoll ambitionierter Wissenschaftler aus übersteigertem Forschungsdrang
% mit den Kugeln, aus denen unsere Welt besteht, Billiard spielen? Das sind die
% Ängste, mit denen sich Degenhardt in diesem Lied auseinandersetzt. Symbol-
% haft kann man an diesem Horrortrip alles verstehen - den mutierten Wirt, die
% aufeinanderprallenden Kugeln als kollidierende Atomkerne, die gesattelte Wol-
% ke, die schwarze Pest … Ein Paradies für Interpretierwürdige. [Quelle: Codex]
\begin{verse} \begin{verse}
Es \chord{a}liegen drei \chord{E}glänzende \chord{a}Kugeln, / ich \chord{d}weiß nicht, \\ Es \chord{a}liegen drei \chord{E}glänzende \chord{a}Kugeln, / ich \chord{d}weiß nicht, \\

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@@ -1,22 +1,12 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Es tropft von Helm und Säbel}, title = {Es tropft von Helm und Säbel},
note = {Als im Oktober 1935 fünf Jungs einer Gruppe mit Namen „Hagen von Tronje“ (vom ehemaligen Horst Dresden des DPB) auf einer illegalen Fahrt ins Teufelsmoor bei Bremen in Osterholz-Scharmbeck mit dem Dichter und Altwandervogel Manfred Hausmann zusammentrafen, entstand der Text dieses Liedes. Es gibt die Situation der bündischen Gruppen in der Verbotszeit wieder und richtet sich dabei (mehr oder minder) verschlüsselt gegen das nationalsozialistische Regime. Während Hausmann den Text im Rahmen seiner Erzählung „Mond hinter Wolken“ 1936 noch komplett veröffentlichte, entfernte er vor einer zweiten Veröffentlichung 1938 die letzten beiden Strophen, die einfach eine zu deutliche Sprache sprechen.},
lyrics = {Manfred Hausmann}, lyrics = {Manfred Hausmann},
composer = {aus der d.j. Kiel}, composer = {aus der d.j. Kiel},
cl = 146, cl = 146,
swa = 95, swa = 95,
} }
% Als im Oktober 1935 fünf Jungs einer Gruppe mit Namen „Hagen von Tron-
% je“ (vom ehemaligen Horst Dresden des DPB) auf einer illegalen Fahrt ins
% Teufelsmoor bei Bremen in Osterholz-Scharmbeck mit dem Dichter und Alt-
% wandervogel Manfred Hausmann zusammentrafen, entstand der Text dieses
% Liedes. Es gibt die Situation der bündischen Gruppen in der Verbotszeit wie-
% der und richtet sich dabei (mehr oder minder) verschlüsselt gegen das natio-
% nalsozialistische Regime.
% Während Hausmann den Text im Rahmen seiner Erzählung „Mond hinter Wol-
% ken“ 1936 noch komplett veröffentlichte, entfernte er vor einer zweiten Veröf-
% fentlichung 1938 die letzten beiden Strophen, die einfach eine zu deutliche
% Sprache sprechen.
\begin{verse} \begin{verse}
Es \chord{C}tropft von Helm und Säbel, / die \chord{G7}Erde ruht \\ Es \chord{C}tropft von Helm und Säbel, / die \chord{G7}Erde ruht \\

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@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Es war an einem Sommertag}, title = {Es war an einem Sommertag},
note = {Das Lied erzählt von der Anwerbung von Soldaten für ein kaiserliches Heer, wie sie insbesondere zur Zeit der Landsknechte üblich war. Dem Soldatenwerber haftet etwas vom Teufel an, wie er mit Versuchungen und Verlockungen versucht, die Menschen in seinen Bann zu ziehen, um sie schließlich ins Verderben zu treiben. Damit steht der Text des Liedes ganz im Gegensatz zu der so fröhlich klingenden Melodie.},
lyrics = {Arno Claus, 1973}, lyrics = {Arno Claus, 1973},
composer = {Arno Claus, 1973}, composer = {Arno Claus, 1973},
bulibu = 325, bulibu = 325,
@@ -8,12 +9,6 @@
barde = 104, barde = 104,
} }
% Das Lied erzählt von der Anwerbung von Soldaten für ein kaiserliches Heer,
% wie sie insbesondere zur Zeit der Landsknechte üblich war. Dem Soldatenwer-
% ber haftet etwas vom Teufel an, wie er mit Versuchungen und Verlockungen
% versucht, die Menschen in seinen Bann zu ziehen, um sie schließlich ins Ver-
% derben zu treiben. Damit steht der Text des Liedes ganz im Gegensatz zu der
% so fröhlich klingenden Melodie.
\begin{verse} \begin{verse}
Es \chord{C}war an \chord{G}einem \chord{C}Sommertag, / \chord{G}irgendwann \chord{a}und \\ Es \chord{C}war an \chord{G}einem \chord{C}Sommertag, / \chord{G}irgendwann \chord{a}und \\

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@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Es war ein König}, title = {Es war ein König},
note = {Goethe verfasste diese Ballade im Jahre 1774 und verwendete sie später auch in seiner Dichtung ''Faust''. Thema ist die Liebe und die Treue über das Grab hinaus, hier veranschaulicht durch die sterbende Buhle (Dirne, Geliebte) und den ihr nachsterbenden König, der sie nicht vergessen kann. Der goldene Becher, Symbol ihrer inneren Verbundenheit, darf nicht von Unberufenen entweiht werden: Nach dem letzten Trunk wirft ihn der König hinab ins Meer.},
lyrics = {Johann Wolfgang von Goethe}, lyrics = {Johann Wolfgang von Goethe},
composer = {C. F. Zelter}, composer = {C. F. Zelter},
bulibull = 96, bulibull = 96,
@@ -9,12 +10,6 @@
libock = 140, libock = 140,
} }
% Goethe verfasste diese Ballade im Jahre 1774 und verwendete sie später
% auch in seiner Dichtung "Faust". Thema ist die Liebe und die Treue über das
% Grab hinaus, hier veranschaulicht durch die sterbende Buhle (Dirne, Geliebte)
% und den ihr nachsterbenden König, der sie nicht vergessen kann. Der goldene
% Becher, Symbol ihrer inneren Verbundenheit, darf nicht von Unberufenen ent-
% weiht werden: Nach dem letzten Trunk wirft ihn der König hinab ins Meer.
\begin{verse} \begin{verse}
Es \chord{a}war ein König in \chord{F}Thule, gar \chord{d}treu bis an das \chord{E}Grab, \\ Es \chord{a}war ein König in \chord{F}Thule, gar \chord{d}treu bis an das \chord{E}Grab, \\

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@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Fordre niemand}, title = {Fordre niemand},
note = {Der erstmals 1843 von Berthold Auerbach abgedruckte Text stammt von einem Gesellenlied aus der Zeit um 1840, als in Deutschland die industrielle Revolution ihre Schwingen ausbreitete und das traditionelle Handwerk in eine erste Krise stürzte. Geschildert wird die schwierige Situation der Handwerksgesellen, die auf der Suche nach Arbeit durch die Lande zogen (vgl. auch „nun lustig, lustig“). Neben ihrer Armut hatten sie auch mit Verfolgung und Unterdrückung zu kämpfen - als Verbreiter revolutionären Gedankenguts im Vormärz (Zeit zwischen 1815 und der Märzrevolution 1848) waren die wandernden Gesellen schnell auf den Abschusslisten gelandet, und ihre Bruderschaft verboten worden. Der Text orientiert sich an dem Lied „Kosziusko“ aus dem im Jahr 1825 uraufgeführten Liederspiel (eine Art Musical) „Der alte Feldherr“ des Dichters Karl von Holtei (1798-1880).},
lyrics = {Deutsches Handwerkerlied um 1840}, lyrics = {Deutsches Handwerkerlied um 1840},
composer = {Erich Schmeckenbecher (Zupfgeigenhansel)}, composer = {Erich Schmeckenbecher (Zupfgeigenhansel)},
bulibu = 210, bulibu = 210,
@@ -9,19 +10,6 @@
libock = 150, libock = 150,
} }
% Der erstmals 1843 von Berthold Auerbach abgedruckte Text stammt von
% einem Gesellenlied aus der Zeit um 1840, als in Deutschland die industrielle
% Revolution ihre Schwingen ausbreitete und das traditionelle Handwerk in
% eine erste Krise stürzte. Geschildert wird die schwierige Situation der Hand-
% werksgesellen, die auf der Suche nach Arbeit durch die Lande zogen (vgl.
% auch „nun lustig, lustig“). Neben ihrer Armut hatten sie auch mit Verfolgung
% und Unterdrückung zu kämpfen - als Verbreiter revolutionären Gedanken-
% guts im Vormärz (Zeit zwischen 1815 und der Märzrevolution 1848) waren
% die wandernden Gesellen schnell auf den Abschusslisten gelandet, und ihre
% Bruderschaft verboten worden.
% Der Text orientiert sich an dem Lied „Kosziusko“ aus dem im Jahr 1825 ur-
% aufgeführten Liederspiel (eine Art Musical) „Der alte Feldherr“ des Dichters
% Karl von Holtei (1798-1880).
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{C}Fordre niemand, mein \chord{G7}Schicksal zu \chord{F}hören, \\ \chord{C}Fordre niemand, mein \chord{G7}Schicksal zu \chord{F}hören, \\

View File

@@ -1,16 +1,11 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Großer Gott, wir loben dich}, title = {Großer Gott, wir loben dich},
note = {Großer Gott, wir loben dich ist ein römisch-katholisches, heute auch ökumenisches Kirchenlied. Ignaz Franz dichtete es 1768 als freie deutsche Fassung des aus dem 4. Jahrhundert stammenden lateinischen Gesangs Te deum laudamus (Dich, Gott, loben wir). Es wird häufig zu freudigen Anlässen oder Dankgottesdiensten gesungen und ist eines der bekanntesten deutschen Kirchenlieder.},
lyrics = {Ignaz Franz}, lyrics = {Ignaz Franz},
composer = {Heinrich Bone}, composer = {Heinrich Bone},
libock = 168, libock = 168,
} }
% Großer Gott, wir loben dich ist ein römisch-katholisches, heute auch ökumeni-
% sches Kirchenlied. Ignaz Franz dichtete es 1768 als freie deutsche Fassung
% des aus dem 4. Jahrhundert stammenden lateinischen Gesangs Te deum lau-
% damus (Dich, Gott, loben wir). Es wird häufig zu freudigen Anlässen oder
% Dankgottesdiensten gesungen und ist eines der bekanntesten deutschen Kir-
% chenlieder.
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{D}Großer Gott wir \chord{A}loben \chord{D}dich. Herr, wir preisen \chord{A7}deine \chord{D}Stärke; \\ \chord{D}Großer Gott wir \chord{A}loben \chord{D}dich. Herr, wir preisen \chord{A7}deine \chord{D}Stärke; \\

View File

@@ -1,12 +1,11 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Hoch lebe der Mann mit dem Hut}, title = {Hoch lebe der Mann mit dem Hut},
alias = {Frisch auf, ihr Brüder}, alias = {Frisch auf, ihr Brüder},
note = {Quelle: Nun lasset uns singen aus alter, alter Zeit. Zünftige Gesellenlieder, Hrg. Verein zur Förderung europäischer Gesellenzünfte, 1978},
cl = 158, cl = 158,
libock = 154, libock = 154,
} }
% Quelle: Nun lasset uns singen aus alter, alter Zeit. Zünftige Gesellenlieder,
% Hrg. Verein zur Förderung europäischer Gesellenzünfte, 1978
\begin{verse} \begin{verse}
Frisch \chord{E}auf, ihr Brüder, dieweil wir sein, \\ Frisch \chord{E}auf, ihr Brüder, dieweil wir sein, \\

View File

@@ -1,24 +1,12 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Im Morgennebel}, title = {Im Morgennebel},
note = {Dieses Lied erschien 1935 im Liederbuch „Lieder der Rotte Brabant“ im Günther Wolff Verlag. Das Heft wurde neben anderen Ende 1938 in die von der NS-Reichschrifttumskammer herausgegebenen „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ aufgenommen. Liederbuch wie Lied waren damit faktisch verboten. Das Lied setzte sich ursprünglich wohl mit der speziellen Situation der deutschen Pfadfinder in Danzig - dem heute polnischen Gdansk - auseinander. Die Bevölkerung von Danzig, bis dahin Hauptstadt der deutschen Provinz Westpreußen, und seiner unmittelbaren Umgebung war zu rund 90 Prozent deutscher Nationalität. 1919 wurde es durch den Versailler Vertrag vom Deutschen Reich abgetrennt und von den Alliierten im November 1920 mit der Bezeichnung „Freie Stadt Danzig“ zum selbstständigen Staat erhoben. Nach 1933 wurde das Lied zunehmend auch von jugendbewegten und bald illegalen Gruppen im gesamten Deutschen Reich gesungen.},
lyrics = {olka (Erich Scholz)}, lyrics = {olka (Erich Scholz)},
composer = {olka (Erich Scholz)}, composer = {olka (Erich Scholz)},
cl = 214, cl = 214,
swa = 136, swa = 136,
} }
% Dieses Lied erschien 1935 im Liederbuch „Lieder der Rotte Brabant“ im Gün-
% ther Wolff Verlag. Das Heft wurde neben anderen Ende 1938 in die von
% der NS-Reichschrifttumskammer herausgegebenen „Liste des schädlichen
% und unerwünschten Schrifttums“ aufgenommen. Liederbuch wie Lied waren
% damit faktisch verboten. Das Lied setzte sich ursprünglich wohl mit der spezi-
% ellen Situation der deutschen Pfadfinder in Danzig - dem heute polnischen
% Gdansk - auseinander. Die Bevölkerung von Danzig, bis dahin Hauptstadt der
% deutschen Provinz Westpreußen, und seiner unmittelbaren Umgebung war zu
% rund 90 Prozent deutscher Nationalität. 1919 wurde es durch den Versailler
% Vertrag vom Deutschen Reich abgetrennt und von den Alliierten im November
% 1920 mit der Bezeichnung „Freie Stadt Danzig“ zum selbstständigen Staat
% erhoben. Nach 1933 wurde das Lied zunehmend auch von jugendbewegten
% und bald illegalen Gruppen im gesamten Deutschen Reich gesungen.
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{H7}Im \chord{e}Morgennebel schwimmen \chord{H7}Tal und \chord{e}Wälder, \chord{D}durchs \\ \chord{H7}Im \chord{e}Morgennebel schwimmen \chord{H7}Tal und \chord{e}Wälder, \chord{D}durchs \\

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@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {In die Sonne}, title = {In die Sonne},
note = {Mag einst Tod und Verderben uns drohn, wir hoffen, wir kommen davon, /: denn wir lieben das Dasein auf der Erde immer neues Werden in der weiten Welt. :/ Sell und batschari waren beide Mitglieder des Nerother Wandervogels, der ja für seine abenteuerlichen Fahrten bekannt war. Sell, der dort schon mit 12 Jahren Mitglied wurde, begleitete z.B. den späteren Bundesführer Karl Oelbermann bei seinen Fahrten ins Eismeer (1930) und in den Orient (1931). Die Melodie entstand auf einer Faltbootfahrt der Nerother im Jahr 1936. Zu diesem Zeitpunkt war die Bündische Jugend bereits von den Nazis verboten worden und das „Wasserwandern“ war eine verbreitete Art, weiterhin illegal auf Fahrt zu gehen, erlaubte das Boot doch die schnelle Flucht vor HJ-Streifen.},
lyrics = {Wilhelm Sell, Kurt Hopenstädter (4.Strophe)}, lyrics = {Wilhelm Sell, Kurt Hopenstädter (4.Strophe)},
composer = {Wilhelm Sell, Kurt Hopenstädter (4.Strophe)}, composer = {Wilhelm Sell, Kurt Hopenstädter (4.Strophe)},
bulibu = 56, bulibu = 56,
@@ -9,18 +10,6 @@
barde = 180, barde = 180,
} }
% Mag einst Tod und Verderben uns drohn,
% wir hoffen, wir kommen davon,
% /: denn wir lieben das Dasein auf der Erde
% immer neues Werden in der weiten Welt. :/
% Sell und batschari waren beide Mitglieder des Nerother Wandervogels, der ja für seine
% abenteuerlichen Fahrten bekannt war. Sell, der dort schon mit 12 Jahren Mitglied
% wurde, begleitete z.B. den späteren Bundesführer Karl Oelbermann bei seinen Fahrten
% ins Eismeer (1930) und in den Orient (1931).
% Die Melodie entstand auf einer Faltbootfahrt der Nerother im Jahr 1936. Zu diesem
% Zeitpunkt war die Bündische Jugend bereits von den Nazis verboten worden und das
% „Wasserwandern“ war eine verbreitete Art, weiterhin illegal auf Fahrt zu gehen, erlaub-
% te das Boot doch die schnelle Flucht vor HJ-Streifen.
\begin{verse} \begin{verse}
In die \chord{E}Sonne, die \chord{H7}Ferne \chord{E}hinaus, \\ In die \chord{E}Sonne, die \chord{H7}Ferne \chord{E}hinaus, \\

View File

@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Jörg von Frundsberg}, title = {Jörg von Frundsberg},
note = {Der Göttinger Lehrer und Dirigent imitierte mit dem Lied mittelalterliche Landsknechtslieder, in Wirklichkeit ist das Lied jedoch noch keine hundert Jahre alt und fand zunächst in der Bündischen Jugend weite Verbreitung (auch der bei „Hoch überm Tale“ erwähnte Bund Deutscher Bibelkreise nahm das Lied 1931 in sein Liederbuch auf). Später war das Lied auch in der HJ beliebt. Georg von Frundsberg (1473-1528) gab es wirklich, er war unter Karl V., seines Zeichens Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Oberbefehlshaber im Krieg gegen Frankreich unter Kaiser Franz I. (im Lied „Kaiser Franz von Frankenland“). Sein Sieg in der Schlacht von Pavia 1525 ist einer seiner größten Erfolge.},
lyrics = {Wilhelm Kutschbach}, lyrics = {Wilhelm Kutschbach},
composer = {Wilhelm Kutschbach}, composer = {Wilhelm Kutschbach},
bulibu = 319, bulibu = 319,
@@ -8,16 +9,6 @@
barde = 190, barde = 190,
} }
% Der Göttinger Lehrer und Dirigent imitierte mit dem Lied mittelalterliche Lands-
% knechtslieder, in Wirklichkeit ist das Lied jedoch noch keine hundert Jahre alt
% und fand zunächst in der Bündischen Jugend weite Verbreitung (auch der bei
% „Hoch überm Tale“ erwähnte Bund Deutscher Bibelkreise nahm das Lied 1931
% in sein Liederbuch auf). Später war das Lied auch in der HJ beliebt.
% Georg von Frundsberg (1473-1528) gab es wirklich, er war unter Karl V., sei-
% nes Zeichens Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation,
% Oberbefehlshaber im Krieg gegen Frankreich unter Kaiser Franz I. (im Lied
% „Kaiser Franz von Frankenland“). Sein Sieg in der Schlacht von Pavia 1525 ist
% einer seiner größten Erfolge.
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{a}Jörg von Frundsberg führt \chord{E}uns an, \chord{a}Tiratira, \\ \chord{a}Jörg von Frundsberg führt \chord{E}uns an, \chord{a}Tiratira, \\

View File

@@ -1,12 +1,11 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Länder, Fahrten, Abenteuer}, title = {Länder, Fahrten, Abenteuer},
note = {Im Original wird im letzten Refrain anstatt „Das ist Pfadfinderei“ der Cherusker Truppschrein: „Cherusker tai-pinte-tai“ gesungen.},
lyrics = {Yannick und Theresa Heller Uraufführung: Der Cherusker Altherrenchor, 2018 am Rheinischen Singewettstreit in St. Goar.}, lyrics = {Yannick und Theresa Heller Uraufführung: Der Cherusker Altherrenchor, 2018 am Rheinischen Singewettstreit in St. Goar.},
composer = {Yannick und Theresa Heller Uraufführung: Der Cherusker Altherrenchor, 2018 am Rheinischen Singewettstreit in St. Goar.}, composer = {Yannick und Theresa Heller Uraufführung: Der Cherusker Altherrenchor, 2018 am Rheinischen Singewettstreit in St. Goar.},
libock = 32, libock = 32,
} }
% Im Original wird im letzten Refrain anstatt „Das ist Pfadfinderei“ der Cherusker
% Truppschrein: „Cherusker tai-pinte-tai“ gesungen.
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{a}Auf grüner Au stehn schwarze \chord{F}Zelte, \\ \chord{a}Auf grüner Au stehn schwarze \chord{F}Zelte, \\

View File

@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Mädchen, Männer, Meister}, title = {Mädchen, Männer, Meister},
note = {Das Lied ist von umba - Jürgen W. Diener vom BdP - Stamm Graue Adler, Petterweil und wurde zum Singen und Musizieren des BdP 1980 im Kloster Arnsburg geschrieben. Der Refrain ist vermutlich dem Lied ''Under der Linden an der Heide'' von Walther von der Vogelweide entlehnt. Dort heißt es ''tandaradei, schône sanc diu nahtegal'' (Nhd.: Tandaradei, schön sang die Nachtigall).},
lyrics = {umba (Jürgen W. Diener)}, lyrics = {umba (Jürgen W. Diener)},
composer = {umba (Jürgen W. Diener)}, composer = {umba (Jürgen W. Diener)},
cl = 42, cl = 42,
@@ -7,11 +8,6 @@
libock = 230, libock = 230,
} }
% Das Lied ist von umba - Jürgen W. Diener vom BdP - Stamm Graue Adler, Petterweil
% und wurde zum Singen und Musizieren des BdP 1980 im Kloster Arnsburg
% geschrieben. Der Refrain ist vermutlich dem Lied "Under der Linden an der Heide" von
% Walther von der Vogelweide entlehnt. Dort heißt es "tandaradei, schône sanc diu
% nahtegal" (Nhd.: Tandaradei, schön sang die Nachtigall).
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{e}Mädchen, Männer, Meister wert, \\ \chord{e}Mädchen, Männer, Meister wert, \\

View File

@@ -1,14 +1,11 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Michel, warum weinest du…?}, title = {Michel, warum weinest du…?},
note = {Der deutsche Michel ist der Inbegriff der Einfalt, Verschlafenheit und gutmütigen Schwerfälligkeit. In Karikaturen wird er durch einen Bauernburschen in Zipfelmütze und Kniehosen dargestellt.Er versinnbildlicht auch den verschlafenen Untertanengeist im Deutschland vor 1848.},
bulibull = 195, bulibull = 195,
cl = 250, cl = 250,
barde = 215, barde = 215,
} }
% Der deutsche Michel ist der Inbegriff der Einfalt, Verschlafenheit und gutmütigen
% Schwerfälligkeit. In Karikaturen wird er durch einen Bauernburschen in Zipfelmüt-
% ze und Kniehosen dargestellt.Er versinnbildlicht auch den verschlafenen Unter-
% tanengeist im Deutschland vor 1848.
\begin{verse} \begin{verse}
/: \chord{d}Michel, warum weinest du, \chord{A}weinest du so \chord{d}sehr?:/ \\ /: \chord{d}Michel, warum weinest du, \chord{A}weinest du so \chord{d}sehr?:/ \\

View File

@@ -1,6 +1,7 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Moorsoldaten}, title = {Moorsoldaten},
alias = {Wohin auch das Auge}, alias = {Wohin auch das Auge},
note = {D G D /:Dann zieh´n die Moorsoldaten E H7 E nicht mehr mit dem Spaten ins Moor.:/ Das Lied entstand 1933 im KZ Börgermoor (bei Papenburg im Emsland, Westniedersachsen), in dem zu diesem Zeitpunkt vor allem Kommunisten und Gewerkschafter inhaftiert waren, die die ausgedehnten Moorflächen mit Spaten und Hacke in Kulturland verwandeln sollten. Den Text verfassten der Bergmann und Gewerkschafter Esser sowie der Schauspieler und Regisseur Langhoff. Die Melodie komponierte Goguel, der in seiner Jugend in völkischen Gedankengut ab und wurde Mitglied in einer SPD-nahen Gruppe junger Musiker, die sich „Musikantengilde“ nannte. Alle drei an der Entstehung des Liedes beteiligten waren KPD-Mitglieder und wurden bereits kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten inhaftiert. Erstmals aufgeführt wurde das Lied bei einer Kulturveranstaltung im KZ, die den Namen „Zirkus Konzentrazani“ trug. Rudi Goguel sagte später über den Auftritt Folgendes: „Die sechzehn Sänger, vorwiegend Mitglieder des Solinger Arbeitergesangsvereins, marschierten in ihren grünen Polizeiuniformen (unsere damalige Häftlingskleidung) mit geschulterten Spaten in die Arena, ich selbst an der Spitze in blauem Trainingsanzug mit einem abgebrochenen Spatenstiel als Taktstock. Wir sangen, und bereits bei der zweiten Strophe steigerte sich der Refrain, und bei der letzten Strophe sangen auch die SS-Leute, die mit ihren Kommandanten erschienen waren, einträchtig mit uns mit, offenbar, weil sie sich selbst als Moorsoldaten angesprochen fühlten. […] Bei den Worten, … Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit den Spaten ins Moor stießen die sechzehn Sänger die Spaten in den Sand und marschierten aus der Arena, die Spaten zurücklassend, die nun, in der Moorerde steckend, als Grabkreuze wirkten.“ Nur zwei Tage später wurde das Lied verboten, dennoch verbreitete es sich rasch auch in anderen Konzentrationslagern.},
lyrics = {Johann Esser und Wolfgang Langhoff}, lyrics = {Johann Esser und Wolfgang Langhoff},
composer = {Rudi Goguel und Hans Eisler}, composer = {Rudi Goguel und Hans Eisler},
bulibu = 310, bulibu = 310,
@@ -8,35 +9,6 @@
cl = 06, cl = 06,
} }
% D G D
% /:Dann zieh´n die Moorsoldaten
% E H7 E
% nicht mehr mit dem Spaten ins Moor.:/
% Das Lied entstand 1933 im KZ Börgermoor (bei Papenburg im Emsland, Westnieder-
% sachsen), in dem zu diesem Zeitpunkt vor allem Kommunisten und Gewerkschafter
% inhaftiert waren, die die ausgedehnten Moorflächen mit Spaten und Hacke in Kultur-
% land verwandeln sollten. Den Text verfassten der Bergmann und Gewerkschafter
% Esser sowie der Schauspieler und Regisseur Langhoff. Die Melodie komponierte
% Goguel, der in seiner Jugend in völkischen Gedankengut ab und wurde Mitglied in
% einer SPD-nahen Gruppe junger Musiker, die sich „Musikantengilde“ nannte. Alle drei
% an der Entstehung des Liedes beteiligten waren KPD-Mitglieder und wurden bereits
% kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten inhaftiert.
% Erstmals aufgeführt wurde das Lied bei einer Kulturveranstaltung im KZ, die den Na-
% men „Zirkus Konzentrazani“ trug. Rudi Goguel sagte später über den Auftritt Folgen-
% des:
% „Die sechzehn Sänger, vorwiegend Mitglieder des Solinger Arbeitergesangsvereins,
% marschierten in ihren grünen Polizeiuniformen (unsere damalige Häftlingskleidung)
% mit geschulterten Spaten in die Arena, ich selbst an der Spitze in blauem Trainingsan-
% zug mit einem abgebrochenen Spatenstiel als Taktstock. Wir sangen, und bereits bei
% der zweiten Strophe steigerte sich der Refrain, und bei der letzten Strophe sangen
% auch die SS-Leute, die mit ihren Kommandanten erschienen waren, einträchtig mit
% uns mit, offenbar, weil sie sich selbst als Moorsoldaten angesprochen fühlten. […]
% Bei den Worten, … Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit den Spaten ins Moor
% stießen die sechzehn Sänger die Spaten in den Sand und marschierten aus der Are-
% na, die Spaten zurücklassend, die nun, in der Moorerde steckend, als Grabkreuze
% wirkten.“
% Nur zwei Tage später wurde das Lied verboten, dennoch verbreitete es sich rasch
% auch in anderen Konzentrationslagern.
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{e}Wohin auch das Auge blicket, / \\ \chord{e}Wohin auch das Auge blicket, / \\

View File

@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Nachts steht Hunger}, title = {Nachts steht Hunger},
note = {Die deutsche Jugendbewegung und insbesondere der Wandervogel hatten früh Kontakt zur russischen Kultur. Als Vorbild und Vermittler hatten die DonKosaken eine herausragende Stellung. Sie waren eine freie militärische Gruppierung, die in den Gebieten des Flusses Don lebten und sich gegen die bolschewistische Revolution (Oktoberrevolution 1918) wehrten und daraufhin als Staatsfeinde angesehen wurden. Sie lebten daraufhin im Untergrund oder flohen, um ihrem Tod zu entgehen. Die Sehnsucht nach Freiheit, aber auch Heimat, wurde in zahlreichen Liedern besungen. Durch Reisen nach Russland, aber auch Kontakte zu exilierten (Don-)Kosaken wurde Lied und Gedankengut in die deutsche Jugendbewegung integriert. Dieses Lied versetzt in die Lage „weißer“ Kosaken (d.h. Kosaken auf Seiten des Zaren gegen die Bolschewiki), die durch den Sieg der kommunistischen Revolution ihre Heimat verloren haben und, in der letzten Strophe, in der Fremde sich singend ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Kaum zu erkennen ist hier das Vorbild der Don-Kosaken. Sie waren nicht nur sängerisches Vorbild vieler Bündischer, sondern (in historisch freilich einseitiger Betrachtungsweise) auch Opfer eines brutalen Regimes, so dass sie sich besonders nach 1933 zur Identifikation anboten.},
lyrics = {olka (Erich Scholz) aus: "Lieder der Trucht", 1934}, lyrics = {olka (Erich Scholz) aus: "Lieder der Trucht", 1934},
composer = {olka (Erich Scholz) aus: "Lieder der Trucht", 1934}, composer = {olka (Erich Scholz) aus: "Lieder der Trucht", 1934},
bulibull = 2, bulibull = 2,
@@ -9,24 +10,6 @@
libock = 262, libock = 262,
} }
% Die deutsche Jugendbewegung und insbesondere der Wandervogel hatten
% früh Kontakt zur russischen Kultur. Als Vorbild und Vermittler hatten die Don-
% Kosaken eine herausragende Stellung. Sie waren eine freie militärische Grup-
% pierung, die in den Gebieten des Flusses Don lebten und sich gegen die bol-
% schewistische Revolution (Oktoberrevolution 1918) wehrten und daraufhin als
% Staatsfeinde angesehen wurden. Sie lebten daraufhin im Untergrund oder flo-
% hen, um ihrem Tod zu entgehen. Die Sehnsucht nach Freiheit, aber auch Hei-
% mat, wurde in zahlreichen Liedern besungen.
% Durch Reisen nach Russland, aber auch Kontakte zu exilierten (Don-)Kosaken
% wurde Lied und Gedankengut in die deutsche Jugendbewegung integriert.
% Dieses Lied versetzt in die Lage „weißer“ Kosaken (d.h. Kosaken auf Seiten
% des Zaren gegen die Bolschewiki), die durch den Sieg der kommunistischen
% Revolution ihre Heimat verloren haben und, in der letzten Strophe, in der
% Fremde sich singend ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Kaum zu er-
% kennen ist hier das Vorbild der Don-Kosaken. Sie waren nicht nur sängeri-
% sches Vorbild vieler Bündischer, sondern (in historisch freilich einseitiger Be-
% trachtungsweise) auch Opfer eines brutalen Regimes, so dass sie sich beson-
% ders nach 1933 zur Identifikation anboten.
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{h}Nachts steht Hunger \chord{e}starr in unserm \chord{h}Traum, \\ \chord{h}Nachts steht Hunger \chord{e}starr in unserm \chord{h}Traum, \\

View File

@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Nehmt Abschied, Brüder}, title = {Nehmt Abschied, Brüder},
note = {Claus Ludwig Laue war Pfadfinder der DPSG. Erstmals wurde das Lied 1950 in der DPSG Mitgliederzeitschrift „Die große Fahrt“ veröffentlicht. Die originale Textfassung „Auld Lang Syne“ (= „lang ists her..“) von Robert Burns erschien bereits 1796 und zählt zu den bekanntesten Liedern in der englischsprachigen Welt. Traditionell singt man es zu Silvester (direkt nach dem Jahreswechsel) und bei anderen quasi-feierlichen Gelegenheiten, bei denen das Gemeinschaftsgefühl aufschäumt. Baden Powell wählte dieses Lied als Hymne für das Weltpfadfindertum aus.},
lyrics = {Claus Ludwig Laue}, lyrics = {Claus Ludwig Laue},
composer = {aus Schottland}, composer = {aus Schottland},
bulibu = 64, bulibu = 64,
@@ -9,14 +10,6 @@
barde = 227, barde = 227,
} }
% Claus Ludwig Laue war Pfadfinder der DPSG. Erstmals wurde das Lied 1950
% in der DPSG Mitgliederzeitschrift „Die große Fahrt“ veröffentlicht.
% Die originale Textfassung „Auld Lang Syne“ (= „lang ists her..“) von Robert
% Burns erschien bereits 1796 und zählt zu den bekanntesten Liedern in der
% englischsprachigen Welt. Traditionell singt man es zu Silvester (direkt nach
% dem Jahreswechsel) und bei anderen quasi-feierlichen Gelegenheiten, bei
% denen das Gemeinschaftsgefühl aufschäumt. Baden Powell wählte dieses
% Lied als Hymne für das Weltpfadfindertum aus.
\begin{verse} \begin{verse}
Nehmt \chord{E}Abschied, Brüder, \chord{H7}ungewiss ist \chord{E}alle \\ Nehmt \chord{E}Abschied, Brüder, \chord{H7}ungewiss ist \chord{E}alle \\

View File

@@ -1,6 +1,7 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Nicht nur nebenbei}, title = {Nicht nur nebenbei},
alias = {An der Allee}, alias = {An der Allee},
note = {Auch wenn es für uns irgendwie nach Resistance, Spanischem Bürgerkrieg, Chile oder Argentinien klingt: Das Lied hat, wie uns Steffen Mensching versichert, keinen konkreten historischen Hintergrund. Es ist in einer Jam-Session Anfang der 80er Jahre entstanden, als Erich Schmeckenbecher die in der damaligen DDR lebenden befreundeten Textautoren besuchte. Mit seinen eigenen Worten: „Das Lied Nicht nur nebenbei zum Beispiel ist in Schmuggerow bei Anklam im tiefsten Osten der damaligen DDR entstanden, mit einer westdeutschen Melodie, die ich im Kopf mit über die Grenze brachte, und einem ostdeutschen Text, der dann dort am Arsch der Welt im Vorgarten eines halb verfallenen, kleinen Hauses am Dorfrand bei Sonnenschein innerhalb von ein paar Stunden entstanden ist.“ Erschienen ist es dann 1984 auf dem Zupfgeigenhansel-Album „Liebeslieder“. [Quelle: Codex]},
lyrics = {Stefan Mensching und Hans-Eckhardt Wenzel}, lyrics = {Stefan Mensching und Hans-Eckhardt Wenzel},
composer = {Erich Schmeckenbecher}, composer = {Erich Schmeckenbecher},
bulibu = 278, bulibu = 278,
@@ -9,18 +10,6 @@
libock = 24, libock = 24,
} }
% Auch wenn es für uns irgendwie nach Resistance, Spanischem Bürgerkrieg,
% Chile oder Argentinien klingt: Das Lied hat, wie uns Steffen Mensching versi-
% chert, keinen konkreten historischen Hintergrund. Es ist in einer Jam-Session
% Anfang der 80er Jahre entstanden, als Erich Schmeckenbecher die in der da-
% maligen DDR lebenden befreundeten Textautoren besuchte. Mit seinen eige-
% nen Worten: „Das Lied Nicht nur nebenbei zum Beispiel ist in Schmuggerow
% bei Anklam im tiefsten Osten der damaligen DDR entstanden, mit einer
% westdeutschen Melodie, die ich im Kopf mit über die Grenze brachte, und
% einem ostdeutschen Text, der dann dort am Arsch der Welt im Vorgarten ei-
% nes halb verfallenen, kleinen Hauses am Dorfrand bei Sonnenschein innerhalb
% von ein paar Stunden entstanden ist.“ Erschienen ist es dann 1984 auf dem
% Zupfgeigenhansel-Album „Liebeslieder“. [Quelle: Codex]
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{D}An der Allee die Akazien blühen, es \chord{D}schweben \\ \chord{D}An der Allee die Akazien blühen, es \chord{D}schweben \\

View File

@@ -1,24 +1,13 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Santiano}, title = {Santiano},
alias = {Der Abschied fällt schwer}, alias = {Der Abschied fällt schwer},
note = {Das Lied ist ein typisches Beispiel dafür, wie sich Lieder im Laufe ihrer Rezeption verändern. Das ursprüngliche Shanty stammte aus der Zeit um 1850 und bezog sich auf den mexikanischen General Antonio López de Santa Anna. In den frühen 1960er Jahren schrieb der Franzose Hugues Aufray ein Lied namens „Santiano“, das von dem ursprünglichen Seemannslied inspiriert war und dieselbe Melodie verwendete. Dieses erzählt von einem Schiff, das von Saint Malo nach San Francisco fährt. Es ist das beliebteste Seemannslied in Frankreich und Hugues Aufrays bekanntestes Lied. 50 Jahre später gründete sich eine deutsche Band und benennt sich nach dem Lied von Hugues Aufray. Diese bringt ihre eigene deutsche Version von „Santiano“ heraus, die von der Fahrt auf dem Meer handelt.},
lyrics = {Santiano}, lyrics = {Santiano},
composer = {traditionelles englisches Shanty „O Santianna“}, composer = {traditionelles englisches Shanty „O Santianna“},
cl = 62, cl = 62,
libock = 54, libock = 54,
} }
% Das Lied ist ein typisches Beispiel dafür, wie sich Lieder im Laufe ihrer Re-
% zeption verändern. Das ursprüngliche Shanty stammte aus der Zeit um 1850
% und bezog sich auf den mexikanischen General Antonio López de Santa
% Anna.
% In den frühen 1960er Jahren schrieb der Franzose Hugues Aufray ein Lied
% namens „Santiano“, das von dem ursprünglichen Seemannslied inspiriert
% war und dieselbe Melodie verwendete. Dieses erzählt von einem Schiff, das
% von Saint Malo nach San Francisco fährt. Es ist das beliebteste Seemanns-
% lied in Frankreich und Hugues Aufrays bekanntestes Lied.
% 50 Jahre später gründete sich eine deutsche Band und benennt sich nach
% dem Lied von Hugues Aufray. Diese bringt ihre eigene deutsche Version von
% „Santiano“ heraus, die von der Fahrt auf dem Meer handelt.
\begin{verse} \begin{verse}
Der \chord{e}Abschied fällt schwer Sagt: Mein \chord{G}Mädchen, \chord{D}ade! \\ Der \chord{e}Abschied fällt schwer Sagt: Mein \chord{G}Mädchen, \chord{D}ade! \\

View File

@@ -1,6 +1,7 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Scarborough fair}, title = {Scarborough fair},
alias = {Are you going to}, alias = {Are you going to},
note = {Der Name lässt sich auf das Mittelalter zurückführen, als die englische Stadt Scarborough ein wichtiger Treffpunkt für Kaufleute aus ganz England war. Am 15. August jedes Jahres startete dort eine 45-tägige große Handelsmesse, genannt Scarborough Fair, die für damalige Verhältnisse recht lang war.},
lyrics = {englisches Traditional 16. oder 17. Jahrhundert}, lyrics = {englisches Traditional 16. oder 17. Jahrhundert},
composer = {überlieferte Melodie aus dem 19. Jahrhundert}, composer = {überlieferte Melodie aus dem 19. Jahrhundert},
cl = 38, cl = 38,
@@ -8,10 +9,6 @@
libock = 28, libock = 28,
} }
% Der Name lässt sich auf das Mittelalter zurückführen, als die englische Stadt
% Scarborough ein wichtiger Treffpunkt für Kaufleute aus ganz England war. Am
% 15. August jedes Jahres startete dort eine 45-tägige große Handelsmesse, ge-
% nannt Scarborough Fair, die für damalige Verhältnisse recht lang war.
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{a}Are you going to \chord{G}Scarborough \chord{a}fair? \chord{C}/ Parsley, Sage, \\ \chord{a}Are you going to \chord{G}Scarborough \chord{a}fair? \chord{C}/ Parsley, Sage, \\

View File

@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Turm um uns}, title = {Turm um uns},
note = {Dieses Lied gehört zu den besonders häufig und bewusst gesungenen oppositionellen Liedern. Willi Graf, Mitglied der „Weißen Rose“, hat es in seinem handgeschriebenen Liederbuch aufgezeichnet. Er erläuterte es als Lied des arsena zorziasvili, der im Tilsiter Gefängnis 1905 gehängt wurde. Der Turm, der gesprengt werden soll, steht sinnbildlich für die Unterdrückung im NSRegime.},
lyrics = {aus der dj.1.11}, lyrics = {aus der dj.1.11},
composer = {aus der dj.1.11}, composer = {aus der dj.1.11},
bulibull = 3, bulibull = 3,
@@ -8,12 +9,6 @@
barde = 305, barde = 305,
} }
% Dieses Lied gehört zu den besonders häufig und bewusst gesungenen oppo-
% sitionellen Liedern. Willi Graf, Mitglied der „Weißen Rose“, hat es in seinem
% handgeschriebenen Liederbuch aufgezeichnet. Er erläuterte es als Lied des
% arsena zorziasvili, der im Tilsiter Gefängnis 1905 gehängt wurde. Der Turm,
% der gesprengt werden soll, steht sinnbildlich für die Unterdrückung im NS-
% Regime.
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{A}Turm um uns sich \chord{D}türmt, / \chord{E}Tod dem, der dich \\ \chord{A}Turm um uns sich \chord{D}türmt, / \chord{E}Tod dem, der dich \\

View File

@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Von der Festung dröhnt}, title = {Von der Festung dröhnt},
note = {Im Jahre 1967 spaltete sich der Orden der Raubritter vom Orden der Rabenklaue im Nerother Wandervogel ab. Das Lied wurde das Ordenslied des neu gegründeten Ordens. Die Uraufführung war auf dem Singewettstreit am Bundestag des Nerother Wandervogel im Gelbachtal 1968.},
lyrics = {Georg Hausmann (Nathan) und Volker Hausmann (Anti)}, lyrics = {Georg Hausmann (Nathan) und Volker Hausmann (Anti)},
composer = {Georg Hausmann}, composer = {Georg Hausmann},
bulibu = 332, bulibu = 332,
@@ -9,10 +10,6 @@
barde = 320, barde = 320,
} }
% Im Jahre 1967 spaltete sich der Orden der Raubritter vom Orden der
% Rabenklaue im Nerother Wandervogel ab. Das Lied wurde das Ordenslied des
% neu gegründeten Ordens. Die Uraufführung war auf dem Singewettstreit am
% Bundestag des Nerother Wandervogel im Gelbachtal 1968.
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{d}Von der Festung \chord{B}dröhnt derbe \chord{d}Männerstimme. \\ \chord{d}Von der Festung \chord{B}dröhnt derbe \chord{d}Männerstimme. \\

View File

@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Was kann ich denn dafür}, title = {Was kann ich denn dafür},
note = {Mac schrieb das Lied für den Singewettstreit auf dem Pfingstlager der Waldjugend 1981, zu dem er mit seiner Schüler-Fahrtengruppe eingeladen worden war. Die Geschichte dahinter ist aber älter: In den 50er und 60er Jahren hatte mac autonome Horten geleitet, mit denen er (genau wie später mit der Waldjugend) an den Wochenenden viel im deutsch-niederländischen Grenzwald unterwegs gewesen war (dazu und zu mac allgemein siehe auch „Freunde seid in dieser Runde“). Dort fanden sie zugewachsene Ruinenreste eines mittelalterlichen Hofes, die mac zu Geschichten inspirierte, die er abends am Lagerfeuer seiner Horte erzählte und die sich um Piet rankten, der in diesem Lied sein tragisches Ende findet. Wer sich für den Anfang von Piets Geschichte interessiert, die als Waisenjunge und Schweinehirt beginnt, kann diese im Codex nachlesen. Warum Piet zum Tode verurteilt wurde, steht dort leider nicht.},
lyrics = {Eric Martin (Mac)}, lyrics = {Eric Martin (Mac)},
composer = {Eric Martin (Mac)}, composer = {Eric Martin (Mac)},
bulibull = 302, bulibull = 302,
@@ -7,19 +8,6 @@
barde = 334, barde = 334,
} }
% Mac schrieb das Lied für den Singewettstreit auf dem Pfingstlager der Waldju-
% gend 1981, zu dem er mit seiner Schüler-Fahrtengruppe eingeladen worden
% war. Die Geschichte dahinter ist aber älter: In den 50er und 60er Jahren hatte
% mac autonome Horten geleitet, mit denen er (genau wie später mit der Waldju-
% gend) an den Wochenenden viel im deutsch-niederländischen Grenzwald un-
% terwegs gewesen war (dazu und zu mac allgemein siehe auch „Freunde seid
% in dieser Runde“). Dort fanden sie zugewachsene Ruinenreste eines mittelal-
% terlichen Hofes, die mac zu Geschichten inspirierte, die er abends am Lager-
% feuer seiner Horte erzählte und die sich um Piet rankten, der in diesem Lied
% sein tragisches Ende findet.
% Wer sich für den Anfang von Piets Geschichte interessiert, die als Waisenjun-
% ge und Schweinehirt beginnt, kann diese im Codex nachlesen. Warum Piet
% zum Tode verurteilt wurde, steht dort leider nicht.
\begin{verse} \begin{verse}
Was \chord{d}kann ich denn dafür? So \chord{F}kurz vor meiner Tür, \\ Was \chord{d}kann ich denn dafür? So \chord{F}kurz vor meiner Tür, \\

View File

@@ -1,19 +1,11 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Was keiner wagt}, title = {Was keiner wagt},
note = {Der Text der Ballade des Liedermachers Konstantin Wecker stammt aus dem dreistrophigen Gedicht des Theologen Lothar Zenetti. Das Lied fordert dazu auf, mutig zu sein, sich gegen die Haltung der Masse aufzulehnen, selbstständig zu denken und neue Wege zu gehen. Wecker stellt das Lied ans Ende eines jeden Konzerts. Dafür ließ er in seiner Vertonung Anfang und Ende des ursprünglichen Textes Lothar Zenettis weg: „Das Kreuz des Jesus Christus durchkreuzt was ist, und macht alles neu“ und veränderte so die dezidiert christliche Deutung des Textes. Die Herkunft der vierten und fünften Strophe konnte nicht genau geklärt werden.},
lyrics = {Lothar Zenetti}, lyrics = {Lothar Zenetti},
composer = {Konstantin Wecker}, composer = {Konstantin Wecker},
libock = 364, libock = 364,
} }
% Der Text der Ballade des Liedermachers Konstantin Wecker stammt aus dem
% dreistrophigen Gedicht des Theologen Lothar Zenetti. Das Lied fordert dazu
% auf, mutig zu sein, sich gegen die Haltung der Masse aufzulehnen, selbststän-
% dig zu denken und neue Wege zu gehen. Wecker stellt das Lied ans Ende
% eines jeden Konzerts. Dafür ließ er in seiner Vertonung Anfang und Ende des
% ursprünglichen Textes Lothar Zenettis weg: „Das Kreuz des Jesus Christus
% durchkreuzt was ist, und macht alles neu“ und veränderte so die dezidiert
% christliche Deutung des Textes. Die Herkunft der vierten und fünften Strophe
% konnte nicht genau geklärt werden.
\begin{verse} \begin{verse}
Was keiner \chord{d}wagt, das sollt ihr \chord{C}wagen, \\ Was keiner \chord{d}wagt, das sollt ihr \chord{C}wagen, \\

View File

@@ -1,14 +1,12 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Weronika mit W}, title = {Weronika mit W},
alias = {Im Sommer ging´s}, alias = {Im Sommer ging´s},
note = {Entstanden auf dem Truppsommerlager des Trupps Sebastian von Rotenhan 2024 in Polen. Auch wenn in der Ballade Klischees bedient werden, ist das Lied eine reine Liebeserklärung an Polen und unsere gemeinsame Zeit dort.},
lyrics = {Michi (Michael Fromm) und Phuket (Dominik Hüßner)}, lyrics = {Michi (Michael Fromm) und Phuket (Dominik Hüßner)},
composer = {Michi (Michael Fromm) und Phuket (Dominik Hüßner)}, composer = {Michi (Michael Fromm) und Phuket (Dominik Hüßner)},
libock = 216, libock = 216,
} }
% Entstanden auf dem Truppsommerlager des Trupps Sebastian von Rotenhan
% 2024 in Polen. Auch wenn in der Ballade Klischees bedient werden, ist das
% Lied eine reine Liebeserklärung an Polen und unsere gemeinsame Zeit dort.
\begin{verse} \begin{verse}
Im \chord{a}Sommer ging´s bei \chord{d}uns wieder auf \chord{G}Fahrt \\ Im \chord{a}Sommer ging´s bei \chord{d}uns wieder auf \chord{G}Fahrt \\

View File

@@ -1,13 +1,9 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {What shall we do (Drunken Sailor)}, title = {What shall we do (Drunken Sailor)},
alias = {Drunken Sailor}, alias = {Drunken Sailor},
note = {Eines der ältesten bekannten Shanties. Häufig wurden solche Shanties von Matrosen auf großen Schiffen gesungen, um rhythmische Arbeitsabläufe zu koordinieren - etwa beim Segelsetzen, wenn viele Männer gemeinsame „HooRay“ das Seil ziehen mussten. Es gibt noch unzählige weitere Strophen, die im Laufe der Zeit hinzugedichtet wurden. [Quelle: Codex]},
} }
% Eines der ältesten bekannten Shanties. Häufig wurden solche Shanties von
% Matrosen auf großen Schiffen gesungen, um rhythmische Arbeitsabläufe zu
% koordinieren - etwa beim Segelsetzen, wenn viele Männer gemeinsame „Hoo-
% Ray“ das Seil ziehen mussten. Es gibt noch unzählige weitere Strophen, die
% im Laufe der Zeit hinzugedichtet wurden. [Quelle: Codex]
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{e}What shall we do with the drunken sailor? \\ \chord{e}What shall we do with the drunken sailor? \\

View File

@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Wilde Gesellen}, title = {Wilde Gesellen},
note = {Andererseits: Inhaltlich steht dieses Lied geradezu im Widerspruch zur NSIdeologie, indem es Wildheit, Lotterleben, Vagantentum, Freiheit und Unabhängigkeit lobt. Es ist nicht verwunderlich, dass es auch auf der anderen Seite munter weitergesungen wurde: bei den illegalen Gruppen, bei den Edelweißpiraten (Jean Jülich berichtet etwa von der Version „Wilde Gesellen vom Wupperstrand, verfolgt von Schirachs Banditen“), bei katholischen Jugendgruppen, und sogar von den Häftlingen in den Konzentrationslagern Börgermoor und Sachsenhausen (wo es in ein geheimes Häftlings-Liederbuch aufgenommen wurde). Und dass es aus späteren Ausgaben des HJ-Liederbuchs gestrichen wurde. Dass sogar Ernst Busch es, allerdings mit verändertem text, während des spanischen Bürgerkriegs 1937 vor der internationalen Brigaden sang. Später war es dann im Liederbuch der Bundeswehr (!) zu finden (sagt uns das etwas über deren Selbstverständnis?). Naja, und heute singen es, wie eine kurze Internet-Recherche zeigt, sogar die Falken. Aber wen wundert das—wo man doch sogar Lieder wie „Andre, die das Land so sehr nicht liebten“ auf neonazistisch verbrämten pseudowissenschaftlichen Propagandaseiten findet. [Quelle: Codex]},
lyrics = {mündlich überliefert}, lyrics = {mündlich überliefert},
composer = {Fritz Sotke (1902-1970), Anfang der 1920er Jahre}, composer = {Fritz Sotke (1902-1970), Anfang der 1920er Jahre},
bulibu = 95, bulibu = 95,
@@ -8,23 +9,6 @@
swa = 265, swa = 265,
} }
% Andererseits: Inhaltlich steht dieses Lied geradezu im Widerspruch zur NS-
% Ideologie, indem es Wildheit, Lotterleben, Vagantentum, Freiheit und Unab-
% hängigkeit lobt. Es ist nicht verwunderlich, dass es auch auf der anderen Seite
% munter weitergesungen wurde: bei den illegalen Gruppen, bei den Edelweißpi-
% raten (Jean Jülich berichtet etwa von der Version „Wilde Gesellen vom Wup-
% perstrand, verfolgt von Schirachs Banditen“), bei katholischen Jugendgruppen,
% und sogar von den Häftlingen in den Konzentrationslagern Börgermoor und
% Sachsenhausen (wo es in ein geheimes Häftlings-Liederbuch aufgenommen
% wurde). Und dass es aus späteren Ausgaben des HJ-Liederbuchs gestrichen
% wurde. Dass sogar Ernst Busch es, allerdings mit verändertem text, während
% des spanischen Bürgerkriegs 1937 vor der internationalen Brigaden sang.
% Später war es dann im Liederbuch der Bundeswehr (!) zu finden (sagt uns das
% etwas über deren Selbstverständnis?). Naja, und heute singen es, wie eine
% kurze Internet-Recherche zeigt, sogar die Falken. Aber wen wundert das—wo
% man doch sogar Lieder wie „Andre, die das Land so sehr nicht liebten“ auf ne-
% onazistisch verbrämten pseudowissenschaftlichen Propagandaseiten findet.
% [Quelle: Codex]
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{C}Wilde Gesellen, vom \chord{F}Sturmwind durchweht, \chord{C}/ \chord{G}Fürsten \\ \chord{C}Wilde Gesellen, vom \chord{F}Sturmwind durchweht, \chord{C}/ \chord{G}Fürsten \\

View File

@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Wildgänse}, title = {Wildgänse},
note = {Auf nächtlichem Wachposten im Ersten Weltkrieg schrieb der „Feldwandervogel“ Walter Flex 1915 den Text des Liedes - vielleicht irgendwie ahnend, dass er selbst das Ende des Krieges nicht mehr erleben würde: Er starb 1917 an der deutsch-russischen Front auf der Insel Ösel im heutigen Estland. In seinem 1917 noch erschienenen Buch „Der Wanderer zwischen beiden Welten“ beschreibt Flex selbst die Situation: „Ich lag als Kriegsfreiwilliger wie hundert Nächte zuvor auf der granatenzerpflügten Waldblöße als Horchposten und sah mit windheißen Augen in das flackernde Helldunkel der Sturmnacht, durch die ruhlos Scheinwerfer über deutsche und französische Schützengräben wanderten. Der Braus des Nachtsturms schwoll anbrandend über mich hin. Fremde Stimmen füllten die zuckende Luft. Über Helmspitze und Gewehrlauf hin sang und pfiff es schneidend, schrill und klagend, und hoch über den feindlichen Heerhaufen, die sich lauernd im Dunkel gegenüberlagen, zogen mit messerscharfem Schrei wandernde Graugänse nach Norden. Die verflackernde Lichtfülle schweifender Leuchtkugeln hellte wieder und wieder in jähem Überfall die klumpigen Umrisse kauernder Gestalten auf, die in Mantel und Zeltbahn gehüllt gleich mir, eine Kette von Spähern, sich vor unseren Drahtverhauen in Erdmulden und Kalkgruben schmiegten. Die Postenkette unseres schlesischen Regiments zog sich vom Bois des Chevaliers hinüber zum Bois des Verines, und das wandernde Heer der wilden Gänse strich gespensterhaft über uns alle dahin. Ohne im Dunkel die ineinanderlaufenden Zeiten zu sehen, schrieb ich auf einen Fetzen Papier die Verse: …“},
lyrics = {Walter Flex (1887-1917)}, lyrics = {Walter Flex (1887-1917)},
composer = {Robert Götz (1892-1978)}, composer = {Robert Götz (1892-1978)},
bulibull = 3, bulibull = 3,
@@ -8,28 +9,6 @@
barde = 364, barde = 364,
} }
% Auf nächtlichem Wachposten im Ersten Weltkrieg schrieb der
% „Feldwandervogel“ Walter Flex 1915 den Text des Liedes - vielleicht irgendwie
% ahnend, dass er selbst das Ende des Krieges nicht mehr erleben würde: Er
% starb 1917 an der deutsch-russischen Front auf der Insel Ösel im heutigen
% Estland. In seinem 1917 noch erschienenen Buch „Der Wanderer zwischen
% beiden Welten“ beschreibt Flex selbst die Situation: „Ich lag als Kriegsfreiwilli-
% ger wie hundert Nächte zuvor auf der granatenzerpflügten Waldblöße als
% Horchposten und sah mit windheißen Augen in das flackernde Helldunkel der
% Sturmnacht, durch die ruhlos Scheinwerfer über deutsche und französische
% Schützengräben wanderten. Der Braus des Nachtsturms schwoll anbrandend
% über mich hin. Fremde Stimmen füllten die zuckende Luft. Über Helmspitze
% und Gewehrlauf hin sang und pfiff es schneidend, schrill und klagend, und
% hoch über den feindlichen Heerhaufen, die sich lauernd im Dunkel gegenüber-
% lagen, zogen mit messerscharfem Schrei wandernde Graugänse nach Norden.
% Die verflackernde Lichtfülle schweifender Leuchtkugeln hellte wieder und wie-
% der in jähem Überfall die klumpigen Umrisse kauernder Gestalten auf, die in
% Mantel und Zeltbahn gehüllt gleich mir, eine Kette von Spähern, sich vor unse-
% ren Drahtverhauen in Erdmulden und Kalkgruben schmiegten. Die Postenkette
% unseres schlesischen Regiments zog sich vom Bois des Chevaliers hinüber
% zum Bois des Verines, und das wandernde Heer der wilden Gänse strich ge-
% spensterhaft über uns alle dahin. Ohne im Dunkel die ineinanderlaufenden
% Zeiten zu sehen, schrieb ich auf einen Fetzen Papier die Verse: …“
\begin{verse} \begin{verse}
\chord{E}Wildgänse rauschen durch die Nacht / mit \\ \chord{E}Wildgänse rauschen durch die Nacht / mit \\

View File

@@ -1,14 +1,11 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Wir lagen vor Madagaskar}, title = {Wir lagen vor Madagaskar},
note = {Wir lagen vor Madagaskar ist ein weit verbreitetes volkstümliches Lied. Es wird dem Komponisten und Texter Just Scheu zugeschrieben; als Entstehungsjahr gilt 1934. Es kann zu vier Stimmen gesungen werden und ist in unterschiedlichen Varianten verbreitet.},
bulibull = 3, bulibull = 3,
cl = 86, cl = 86,
libock = 418, libock = 418,
} }
% Wir lagen vor Madagaskar ist ein weit verbreitetes volkstümliches Lied.
% Es wird dem Komponisten und Texter Just Scheu zugeschrieben; als
% Entstehungsjahr gilt 1934. Es kann zu vier Stimmen gesungen werden
% und ist in unterschiedlichen Varianten verbreitet.
\begin{verse} \begin{verse}
Wir \chord{D}lagen vor Madagaskar und \chord{A}hatten die \chord{A7}Pest an \chord{D}Bord. \\ Wir \chord{D}lagen vor Madagaskar und \chord{A}hatten die \chord{A7}Pest an \chord{D}Bord. \\

View File

@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Wir sind eine kleine}, title = {Wir sind eine kleine},
note = {Bündische Gruppen sollten gezwungen werden in die Hitlerjugend einzutreten. Als Zeichen des Protestes zebrachen viele ihren Wimpelspeer.},
lyrics = {Alf Zschiesche}, lyrics = {Alf Zschiesche},
composer = {Alf Zschiesche}, composer = {Alf Zschiesche},
bulibu = 105, bulibu = 105,
@@ -9,8 +10,6 @@
libock = 404, libock = 404,
} }
% Bündische Gruppen sollten gezwungen werden in die Hitlerjugend einzutreten.
% Als Zeichen des Protestes zebrachen viele ihren Wimpelspeer.
\begin{verse} \begin{verse}
Wir \chord{e}sind eine kleine \chord{H7}verlorene \chord{e}Schar, \chord{G}wir stehen \\ Wir \chord{e}sind eine kleine \chord{H7}verlorene \chord{e}Schar, \chord{G}wir stehen \\

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@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Wir sitzen zu Pferde}, title = {Wir sitzen zu Pferde},
note = {Das Lied entstand, wie Axi erzählte, um 1915 in einem Kavalerieregiment der k.u.k. Armee (die „kaiserliche und königliche Armee“ als gemeinsames Heer Österreich-Ungarns). Von Axi wissen wir auch, dass es in der zweiten Strophe „die Russen zu schlagen“ heißt. Axi meint, er selbst als gebürtiger Russe singe immer den Originaltext - man solle Historisches eben nicht verleugnen.},
lyrics = {aus der k.u.k. Armee, ca.1915}, lyrics = {aus der k.u.k. Armee, ca.1915},
composer = {aus der k.u.k. Armee, ca.1915}, composer = {aus der k.u.k. Armee, ca.1915},
cl = 400, cl = 400,
@@ -7,11 +8,6 @@
barde = 376, barde = 376,
} }
% Das Lied entstand, wie Axi erzählte, um 1915 in einem Kavalerieregiment der
% k.u.k. Armee (die „kaiserliche und königliche Armee“ als gemeinsames Heer
% Österreich-Ungarns). Von Axi wissen wir auch, dass es in der zweiten Strophe
% „die Russen zu schlagen“ heißt. Axi meint, er selbst als gebürtiger Russe sin-
% ge immer den Originaltext - man solle Historisches eben nicht verleugnen.
\begin{verse} \begin{verse}
Wir \chord{D}sitzen zu \chord{A}Pferde, /: bei \chord{D}Tag und bei \chord{A}Nacht, :/ \\ Wir \chord{D}sitzen zu \chord{A}Pferde, /: bei \chord{D}Tag und bei \chord{A}Nacht, :/ \\

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@@ -1,5 +1,6 @@
\begin{song}{ \begin{song}{
title = {Wir wollen zu Land ausfahren}, title = {Wir wollen zu Land ausfahren},
note = {Das Lied ist ausnahmsweise mal kein nachgedichtetes, sondern ein echtes Landsknechtslied aus dem 16. Jahrhundert. Es wurde während der Feldzüge Karls V. in Italien gesungen und ist überliefert durch Georg Forsters fünfbändige Liedersammlung „Frische teutsche Liedlein“ (erschienen 1540). Die letzte Strophe ist nachgedichtet und mündlich überliefert. Der Refrain ist eine Mischung aus Altitalienisch und Deutsch, genauer gesagt Altitalienisch, wie es die deutschen Landsknechte verstanden haben. [Quelle: Codex]},
lyrics = {aus dem 16. Jahrhundert, überliefert von Georg Forster}, lyrics = {aus dem 16. Jahrhundert, überliefert von Georg Forster},
composer = {aus dem 16. Jahrhundert, überliefert von Georg Forster}, composer = {aus dem 16. Jahrhundert, überliefert von Georg Forster},
bulibull = 355, bulibull = 355,
@@ -8,14 +9,6 @@
barde = 330, barde = 330,
} }
% Das Lied ist ausnahmsweise mal kein nachgedichtetes, sondern ein echtes
% Landsknechtslied aus dem 16. Jahrhundert. Es wurde während der Feldzüge
% Karls V. in Italien gesungen und ist überliefert durch Georg Forsters fünfbändi-
% ge Liedersammlung „Frische teutsche Liedlein“ (erschienen 1540). Die letzte
% Strophe ist nachgedichtet und mündlich überliefert.
% Der Refrain ist eine Mischung aus Altitalienisch und Deutsch, genauer gesagt
% Altitalienisch, wie es die deutschen Landsknechte verstanden haben. [Quelle:
% Codex]
\begin{verse} \begin{verse}
Wir \chord{A}wollen zu Land \chord{A}ausfahren \\ Wir \chord{A}wollen zu Land \chord{A}ausfahren \\